62
tionsbeschleunigungen in hohem Grade von dem Medium abhängig,
in dem die Untersuchung vorgenommen wird. Von der einschnei
dendsten Bedeutung erweist es sich, ob die Lösung sauer, ob sie
alkalisch ist. Auch hier hat wieder Bredig 1 ) für die H 2 0 2 -Kata-
lyse des Eisensulfates und anderer Metallsalze sehr wertvolle Mes
sungen angestellt. Er fand, bei vergleichenden Versuchen betreffs
dieser Reaktion, dass in alkalischer Lösung die von ihm geprüften
Sulfate eine abnehmende Wirkung nach der Reihe der Metalle Mangan,
Kobalt, Kupfer, Eisen ausübten. Während somit in alkalischer
Lösung das Eisen die geringste katalytische Reaktionsbeschleunigung
lieferte, war gerade umgekehrt in saurer Lösung das Eisensulfat das
wirksamste aller zugesetzten Sulfate; für die andern Metallsalze galt
jetzt die Reihe: Kobalt, Kupfer, Mangan, Nickel. Aber auch der
Grad der sauren Reaktion ist für die Eisensulfatkatalyse von ganz
erheblichem Einfluss; schwache Säure wirkt am günstigsten, stärkere
hemmt wieder in hohem Masse. So fand Bredig unter sonst
gleichen Verhältnissen nach Zusatz von 0,01 normaler FeSOi als
Katalysator die folgenden Differenzen in der prozentualen Zer
setzung des H 2 0 2 :
Zersetzung in:
Säurenmenge der Lösung 30 Min. 90 Min. 180 Min.
0,002 norm. H 2 SCL 74,3 % 93,0 %
0,05 norm. H 2 SO* 9,0 % — 46,5 %
Noch eigenartiger und trotz der scheinbaren Verwandtschaft
der zu gründe liegenden Reaktionen abweichend ist das Verhalten
des Eisensulfates in seiner Rolle als Katalysator bei der Sauerstoff
übertragungsreaktion zwischen H 2 0 2 und Jodkalistärke * 2 ). Bei dieser
Reaktion wirkt in neutraler Lösung das Eisensulfat ganz ausser
ordentlich beschleunigend: „Um durch eine 1 /ioooo normale Peroxyd
lösung die Bläuung guter Jodkalistärke innerhalb weniger Minuten
zu erhalten, genügen in neutraler Lösung die geringsten Mengen
Ferrosulfat- (auch Ferrisulfat); die Bläuung trat noch sehr rasch
auf, wenn im Reaktionsgemisch 1 Mol Ferrosulfat auf 100 000 Liter
kam“. Aber wenige Tropfen Säure genügten, um selbst erheblich
grössere Mengen Ferrosulfat unwirksam zu machen. Von besonderem
Interesse ist es nun, dass, wie M. Traube fand, diese Wirkung
des Eisensulfats auch in saurer Lösung bei einem weiteren Zusatz
von Kupfersulfat wieder mit grosser Heftigkeit auftritt. Hierzu ge
ll Zeitschi-, f. physik. Chem. 31. 278—281.
2) Zeitschr. f. physik. Chem. 87, 258, 270—75. (B r o d e.)

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.