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Sauerstoffes auf eine dritte Substanz vermittelt. Diese Unterschei
dung hat auch für die Enzyme des Tierkörpers seine Bedeutung.
So konnte u. a. Raudnitz 1 ) für die Oxydasen der Milch fest
stellen, dass der das Wasserstoffsuperoxyd zersetzende Stoff von der
die Guajacreaktion gebenden Substanz wesentlich verschieden ist.
Ferner fand L. Liebermann*), dass Auszüge aus Gekrösefett
(Schwein, Rind) zwar sehr energisch H 2 0 2 zersetzten, aber keine
Guajacbläuung zu liefern vermochten. In besonders deutlicher Weise
tritt dieser Unterschied der beiden Reaktionen in den Versuchen
Senters 1 2 3 ) zutage. Das Verfahren, vermittelst dessen er die Iso
lierung des als reine „Katalase“ wirkenden Enzyms aus Rinderblut
erreichte, war wie folgt:
„Gleiche Volumina des Hämoglobin enthaltenden Filtrates (1 Vol.
Blut und 10 Vol. kohlensaures Wasser) und 99% Alkohols werden
gemischt, die Mischung wird schnell zentrifugiert und die Alkohol-
Hämoglobinlösung vom entstehenden Niederschlag abgegossen. Der
rotbraune Niederschlag wird dann zwei- oder dreimal mit einem
Alkoholwassergemisch gewaschen, um das Hämoglobin vollkommen
zu entfernen, dann wird er zunächst mit Filtrierpapier und darauf
im Vakuum über Schwefelsäure getrocknet, um den Alkohol voll
kommen zu entfernen. Der getrocknete Niederschlag wird dann zu
einem feinen Pulver zerrieben, mit Wasser gemischt und 1 oder 2
Tage in der Eiskiste stehen gelassen, um das Enzym vollkommen
zu extrahieren. Darauf wird die Lösung vier- bis fünfmal durch
gehärtetes Filtrierpapier filtriert, bis sie vollständig klar ist. Das
Filtrat stellt dann eine ganz klare, schwach gelbliche Lösung dar,
welche spektroskopisch keine Hämoglobinstreifen zeigt und starke
katalytische Eigenschaften besitzt. Der oben erwähnte rotbraune
Niederschlag bleibt ungelöst.“
Die so gewonnene Substanz besass die folgenden Eigenschaften:
1. Geringe Mengen derselben waren imstande, mit grosser Energie
fast unbegrenzte Quantitäten Wasserstoffsuperoxyd zu zersetzen,
ohne dass bei dieser Wirkung die isolierte Substanz verbraucht
wurde. War gleichzeitig Indigolösung oder Guajactinktur in der
Lösung zugegen, so wurden diese Stoffe nicht verändert.
2. Die von anderen Enzym Wirkungen her bekannten Ferment
1) Centralbl. f. Phyaiol. 1898. 12, 790.
2) Pflügers Arch. 104, 203.
3) Zeitschr. f. physik. Chem. 44, 257; 51, 673.

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