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Jacoby 1 ), Spitzer 1 2 ) u. a. beteiligt. Sie haben gezeigt, dass in
fast allen Organen Oxydasen vorhanden sind, die sich durch geeig
nete Methoden extrahieren lassen. Die chemische Konstitution der
von diesen Autoren isolierten Substanzen ist allem Anschein nach
eine sehr wechselnde, in keinem Falle aber näher bekannt. Man
kann nur sagen, dass sie im allgemeinen eiweissartiger Natur sind,
und dass es bisher nicht gelungen ist, den oxydativ-fermentartig
wirkenden Bestandteil in seiner Reinheit zu isolieren. Immerhin
aber kann nach dem Gesamtergebnis dieser Untersuchungen der
Fermentcharakter dieser Substanzen nicht mehr in Frage gezogen
werden. Denn es ist mit Sicherheit festgestellt worden:
1. dass es zellfreie Organextrakte sind, gewonnen nach einem
den sonstigen Fermentisolierungen analogen Verfahren (Jaquet,
Salkowski u. s. w.);
2. dass ihnen eine fermentartige Wirkung zukommt, insofern
als sie, ohne selbst bei dem Prozess verbraucht zu
werden (Jacoby) 3 ), so gut wie unbegrenzte Mengen Sauerstoff
auf dysoxydable Substanzen übertragen;
3. dass sie bei niedriger Temperatur nach ihrer Gewinnung
aus den Organen einige Zeit haltbar sind, dass sie Zellgifte, wie
Karbolsäure, Chinin etc. vertragen, aber durch Spuren Blausäure
ebenso wie andere Fermente ihre Wirksamkeit verlieren (Jaquet);
4. dass sie durch Siedehitze zerstörbar sind, während Gefrieren
ihre Wirkung nicht aufhebt (Jaquet).
Auch vom physikalisch-chemischen Standpunkte aus entsprechen
sie durchaus den Anforderungen, welche der Begriff des Ferments
reaktionskinetisch bedingt. Insbesondere kommen von diesen Ge
sichtspunkten aus noch die folgenden Momente dazu, um die fermen
tative Natur dieser Stoffe zu stützen:
1. Die Geschwindigkeit der von ihnen vermittelten Sauerstoff
übertragungsreaktion ist, obwohl die Substanz selbst nicht verbraucht
wird, proportional der jeweiligen Fermentmenge, wie Medwe-
dew 4 ) an dem Beispiel der „Leberaldehydase“ schon 1896 hat
feststellen können.
2. Die Beschaffenheit des Mediums, in dem sich der Vorgang
1) Asher u. Spiro, Ergebnisse derPhysiol. 1902. I. 233. Virch. Arch.
157, 235. Zeitschr. f. physiol. Chem. 30, 135.
2) Pflügers Arch. 60, 303; 67, 615; 76, 192.
3) Virch. Arch. 157, 235. Zeitschr. f. physiol. Chem. 30, 135.
4) Pflügers Archiv 65, 249.

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