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ist, werden an und für sich durch die Zufügung eines Katalysators
nicht verändert. Für den Fall aber, dass der Katalysator Neben
wirkungen ausübt, dass z. B. der Katalysator in einer Zwischenstufe
der Reaktion eine vorübergehende chemische Bindung erfährt, können
sich gegenüber dem Verlauf der unbeeinflussten Reaktion Ab
weichungen zeigen. Gerade dieser Umstand ist es, der diese Unter
suchungsart so ausserordentlich wichtig macht und ihr dazu ver
holten hat, die bisherigen Resultate auf die ihnen eigene sichere
Basis zu stellen.
Neben der „ homogenen Katalyse “, welche bisher ihre Besprechung
gefunden hat, ist wegen der Art der im menschlichen Körper vor
liegenden Verhältnisse die „heterogene Katalyse“ für die
Zustände fest-flüssig von grosser Bedeutung. Hierunter
ist die katalytische Beeinflussung zu verstehen, welche ein fester
Körper auf Flüssigkeitsreaktionen, speziell auf in wässeriger Lösung
sich abspielende chemische Vorgänge auszuüben vermag. Nach
Bredig kann man sodann weiter scheiden in makrohetero
gene Katalysen, d. h. Vorgangsbeschleunigungen durch im
gewöhnlichen Sinne als feste Körper bezeichnete Stoffteile, und
mikroheterogene Katalysen, zu denen die durch kolloi
dale Substanzen ausgeübten Wirkungen gehören. Diese letzte Gruppe
ist biologisch zweifellos die wichtigere, vielleicht sogar die wich
tigste aller Arten der Katalyse. Was an allgemeinen Regeln oben
für das homogene System entwickelt wurde, ist in ähnlicher Weise
für die heterogene Katalyse gültig. Auch hier besteht innerhalb ge
wisser Grenzen eine Proportionalitätsbeziehung zwischen der Menge
des Katalysators und der Grösse seinerWirkung; nur kann dieselbe
sich nicht auf seine Masse beziehen, es muss vielmehr in der Por-
portionalitätsziffer, wie es durch Zufügung eines Faktors geschehen
kann, die Grösse seiner Oberfläche zum Ausdruck kommen. Auch
für diese Art der Katalyse ist der Unterschied einer reversiblen
und irreversiblen Reaktion ein absoluter; auch für sie gilt die Kon
stanz des Gleichgewichtes und die Umkehrbarkeit der Beschleunigung.
Als ein wesentlicher Unterschied ergibt sich aber, dass hier stets die
Komplikation der Oberflächenwirkung mit allen ihren möglichen
Störungen vorhanden ist. Schon für „feste“ Körper, seien es nun
Schwierigkeiten, welche die auf diesem Gebiet üblichen Formulierungen bie
ten, keine so grossen, dass es nach einiger Uebung nicht gelingt, sich mit
ihnen abzufinden. Da ihnen aber für die vorliegende Arbeit keine besondere
Bedeutung zukam, hielt ich es für angemessen, ihre Umgehung zu versuchen.
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