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Typische Kurven für katalytische Vorgänge,
a) Irreversibler Prozess, b) Reversibler Prozess. c) Autokatalyse.
NB. Die jeweilige Geschwindigkeit entspricht dem Grade der Steilheit
des Kurventeiles.
Die Kurven a und b geben die beiden Hauptarten allen chemi
schen Geschens wieder; bei dem irreversiblen wie bei dem reversiblen
Vorgang ist, wie ersichtlich, die Art des Ablaufs der Reaktion nicht
durch die Katalyse verändert. Die graphische Darstellung zeigt,
dass bei beiden die Reaktionsgeschwindigkeit, d. h. die in der Zeit
einheit umgesetzte Menge in stetigem Abnehmen begriffen ist; bei
a erreicht die Reaktion ihr Ende, wenn die reagierende Masse gleich
Null geworden ist; bei b tritt in irgend einem Punkte des Ver
laufes das „wahre Gleichgewicht“ auf, das, wie die gestrichelte
Linie andeuten möge, auch von der anderen Seite, von den Reaktions
produkten als Ausgangsmaterial aus erreichbar sein muss. Das
dritte Schema zeigt den Verlauf eines autokatalytischen Vorganges:
Zunächst verläuft eine derartige Reaktion — noch ohne Kataly
sator — langsam, sodann aber tritt, dem „Buckel“ der Kurve ent
sprechend, mit der Bildung des Katalysators schnell zunehmend, die
Beschleunigung ein, welche schliesslich bei weiterer Abnahme der
reagierenden Menge in die allen Kurven gemeinsame Endverlang
samung ausläuft.
Mit der Einordnung in eines dieser (oder anderer) Schemata ist
aber die Bedeutung der zeitlich quantitativen Messung des Reaktions
verlaufes nicht erschöpft. Vielmehr kommt jeder einzelnen Reaktion
eine durch den Grad oder die Art ihrer Krümmungeu scharf cha
rakterisierbare Kurve zu. Auch diese feineren Unterschiede, deren
Erkennung nur mit Hilfe mathematischer Formulierung 1 ) möglich
m
1) Es sei bemerkt, dass in der hier gegebenen Darstellung mit Fleiss der
Versuch gemacht ist, unter Weglassung der uns Medizinern fremden und da
her störenden mathematischen Einkleidung die für unsere Wissenschaft we
sentlichen Ergebnisse betreffs der Katalyse wiederzugeben. An sich sind die

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