13
phors und vor allem Bi gelo w l ) bei der Oxydation wässeriger Bi
sulfitlösungen mittelst des Luftsauerstoffes. Ob aber in diesen Fällen
durch den zugefügten negativen Katalysator, als welcher z. B. bei
der letztgenannten Reaktion Glyzerin, Alkohol oder Mannit auftritt,
in Wirklichkeit ein der positiven Katalyse entsprechender Vorgang
bedingt wird, ist nach den Untersuchungen von Luther und Titoff 2 )
zum mindesten zweifelhaft geworden. Es hat vielmehr die Wahr
scheinlichkeit für sich, dass derartige Hemmungen auf der chemi
schen Bindung eines in der Lösung bereits vorhandenen, im Einzel
fall jedoch noch nicht sicher erkannten positiven Katalysators beruht,
dass demnach die negative Katalyse nichts anderes als die Hemmung
einer positiven bedeutet.
Die Erkennung des Gesetzmässigen in den katalytischen Pro
zessen hat sich am besten in der homogen-flüssigen Phase,
d. h. in einfachen Lösungen durchführen lassen. Zugleich ist diese
Phase auch medizinisch eine der wichtigsten. Für sie gelten fol
gende Regeln:
1. Die katalytische Wirkung ist im allgemei
nen schon bei den kleinsten Katalysatormengen
sehr ausgesprochen; immerhin ist sie innerhalb
gewisser Konzentrationsbreiten proportional der
Menge des wirksamen Anteils des Katalysators.
Besonders für diejenigen Reaktionen, welche, wie z. B. die
oben erwähnte Titoff sehe Sulfitoxydation bereits von den aller
winzigsten Spuren in ausgesprochenstem Masse katalysiert werden,
ist der Gültigkeitsbereich des Proportionalitätsverhältnisses ein durch
aus beschränkter: er erstreckt sich nur auf ein sehr eng begrenztes
Gebiet der Katalysatorkonzentration, und selbst hier ist die Propor
tionalitätsbeziehung oft nur eine angenäherte. Wie exakt aber in
„reinen“ Fällen die Menge des Katalysators mit der Grösse der
katalytischen Wirkung parallel geht, beweist u. a. die auf den Vor
schlag Ostwalds von F. A. H o f f m a n n 3 ) ausgearbeitete Me
thode zur Bestimmung der „freien Säure“ des Magensaftes. Das
Prinzip hierbei ist das folgende: Die Inversion des Rohrzuckers ist
ein Prozess, welcher durch die allen Säuren gemeinsamen H-Ionen
beschleunigt wird, und zwar ist dieses eine Reaktion, bei der, wie
1) Zeitsclir. f. physik. Chemie. 26, 493.
2) Ibid. 50, 641.
3) Zentralbl. f. klin. Medizin 10, 793 (1889); cf. Hamburger, 1. c. II.
p. 464, 491—503.

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.