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keit für diese Stoffe, in einigen war auch diese vermindert.
Ganz ähnliche Störungen des Harnsäurestoffwechsels erhielt
Po llak übrigens auch bei Alkoholikern. Er weist daher
mit Recht aut die häufige Combinatiou von Alkoholisrnus
und Gicht hin.
Endlich könnte nach Ansicht M i n k o wsk i ’ s 8 ‘) sich
die Harnsäure im Blute und in den Geweben der Gichtkranken
in einem Zustand der Bindung befinden, welcher sie nicht
als harnfähig erscheinen läßt.
Zusammenfassung.
Es ist somit durch die vorliegenden Untersuchungen
unwahrscheinlich, daß bei der Gicht der vermehrte Harn
säuregehalt der Gewebe durch eine vermehrte Bildung der
Harnsäure bewirkt ist, vielmehr handelt es sich wohl beim
Gichtiker um ein geringeres Vermögen, die im Körper in
normaler Menge gebildete Harnsäure zu zerstören, um einen
ungenügenden fermentativen Abbau, mit anderen Worten:
es hat beim Gichtiker das uricolytische Ferment gelitten.
Nebenher mag eine Retention und eine besondere Bindung
der Harnsäure gehen. Bei ersterer kann die Niere ohne
sonst nachweisbare Alteration (ohne Albuminurie) dennoch
in ihrer Fähigkeit Harnsäure durchzulassen, gelitten haben,
während sie für Salze und Harnstoff ganz normal durch
gängig ist.
Die Gicht bietet damit Analogien zu zahlreichen Stoff
wechselstörungen, denen allen ein Unvermögen, gewisse
Substanzen weiter aufzuspalten, eigentümlich ist.
Das Harnsäurezerstörungsvermögen des Organismus zu
heben bezw. wiederherzustellen, muß somit die Hauptaufgabe
des therapeutischen Handelns bei der Gicbt sein.

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