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findet sich diese Bedeutung auf jeden Fall noch nicht. 1 ) In der
franz. Sprache finde ich Jupiter-Zinn zuerst im Dictionnaire de
l’Academie vom Jahre 1694.
VI. Jupiter s m. Planet.
In der Astronomie bezeichnet man mit Jupiter den grössten
Planeten des Sonnensystems. Die Astrologen schrieben diesem
Stern ein segensreiches Einwirken auf die Geschicke der Menschen
zu, ein Glaube, der noch heute in der Bedeutung des Adj. jovial
fortlebt. Als Planet begegnet mir Jupiter im Franz, zuerst im
XIV e S. bei E. D. III, 123 ff: Mercure, Mars, Jupiter et Venus//Lune
et Souleil et li viel Saturnus // Gouvernassent si par Ieur influence // Les
corps humains qu’ils n'eussent ja puissance // Fors d’obeir leur constellation.
Die Benennung der Planeten mit den Namen der Götter
war jedoch schon bei den Alten üblich, cf. Cicero, de divina-
tione II, 42 ff. Unter satellites de Jupiter versteht man im astro
nomischen Sinne die Jupitertrabanten, in übertragener Bedeutung
aber Personen, die sich beständig in der Nähe des Fürsten auf
halten: „ils ne sont pas les satellites de Jupiter, je veux dire ceux qui
pressent et entourent le prince“. [La Bruyere, VIII; nach L.j
VII. Jupiter als technologischer Ausdruck.
In der Zimmerei bezeichnet man mit trait de Jupiter den
sogenannten Jupiterschnitt, ein schräges Hakenblatt mit Keil und
Zapfen. [Sachs. 2 )]
1) Im Mittelalter glaubte man fälschlicherweise, die Alten hätten schon
mit Jupiter das Zinn, mit Mars das Eisen, mit Venus das Kupfer und mit
Hermes das Quecksilber bezeichnet und Hess sich durch diese Annahme zu
den unglaublichsten Rückschlüssen verleiten. So suchte beispielsweise Borri-
chius im XVIes. in seiner Schrift: „Hermetis, Aegyptiorum et chemicoruin
sapientia“ nachzuweisen, dass sich bei Homer in den Götternamen ein ver
borgener alchemistischer Sinn erkennen lasse. Die Kühnheit seiner Behaup
tungen sei an folgendem Beispiele gezeigt. In Bezug auf die grell. Verse
„ .... xojtte (Ye deofiove
do o})y.Tovs, nXvxToag, öq>(i IfiJifdov avftt /iFvoiev
sovde ti xivrjoai fiskemv rjv “
welche von der Liebschaft des Mars mit der Venus handeln, sagt er: ,,Si
curioso oculo inspicia ur mistura illa Martis atque Veneris, quaui Homerus
operose describit, non potest se occultare chemicum quoddam arcanum; enitnvero
traditur ibi Vulcanus utrumque, hoc est Martern et Venerem chemicorum, ita
colligisse, ut dissolvi nescirent.“ Solche Auffassung hatien nicht etwa nur
Wenige, sondern die einschlägige Literatur ist ziemlich zahlreich, und noch
am Ende des XVII c s. äusserten sich Männer, deren Urteil für ihre Zeit ein
schwerwiegendes war, über sie mit Anerkennung [cf. im Einzelnen H Kopp]
2j Zur Vereinfachung der Drucklegung werde ich die nur
aus Sachs entlehnten Bedeutungen künftighin unbezeichnet lassen.

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