Die R o s e n f e 1 d’sche Methode der Fettextraktion besteht in einer
'h ständigen Anskochuug der Stoffe in Alkohol und in einer Chloroform-
extraktion während 6 Stunden mit nachfolgender Wiederholung beider
Prozesse. Rosenfeld glaubt, daß durch diese Methode alles, was wir
von fettartiger Substanz in einem Material vermuten können, extrahiert
werde und daß die Ergebnisse der Pf 1 üg er - D o r m ey e r'schen Methode
um 40 °/o übertroffen würden. Nach meinen Erfahrungen ist die Zeit, die
Rosenfeld für seine Methode angibt, zu kurz berechnet, denn ich fand
nach einer 2 mal 6 ständigen Extraktion noch keine Gewichtskonstanz.
Erst als ich 12—24 Stunden extrahierte, um dann eine 6 ständige Wieder
holung folgen zu lassen, erzielte ich konstante Werte. Die Differenz
mag an der Art des Materials gelegen haben, da Rosenfeld und
Schlesinger die erwähnte Methode an gepulvertem Fleisch (Rindsherz-
und Ochsenmuskelfleisch) erprobt haben.
Wertvoll schien mir als Grundbedingung zur Beurteilung patholo
gischer Vorgänge die chemische Fe11bestimmung, da von Rosenfeld
festgestellt ist, „daß man sich durchaus nicht auf den mikroskopischen
Fettbefund verlassen kann, sondern seine Zuflucht ausschließlich zur che
mischen Analyse nehmen muß.“ Obschon Hämoglobinbestimmungen bei
reinem rotem Mark vielleicht einige Grundwerte liefern können, habe ich
keine gemacht, da bei meinen ersten Versuchen mit einem gemischten
(teilweise rotem, teilweise gelbem) Mark sich diese als technisch un
durchführbar gezeigt haben.
Bei der Bezeichnung des Marks halte ich mich gemäß Hel ly's
Vorschlag an die einfache Beschreibung von Farbe, Konsistenz und Ver
breitung.
Ich unterscheide weiches und spongiöses Mark und
verstehe unter weichem das nicht durch spongiöse Knochenbälkchen ge
haltene Mark. Da die Farbe zwischen rot und gelb wechselt, so wird
man mit den 4 Begriffen: „Weiches rotes, weiches gelbes, spongiöses
rotes und spongiöses gelbes Mark“ operieren müssen. Wenn das weiche
rote sich später in gelbes Mark umwandelt, so bedeutet dieser Farben
unterschied zugleich eine Umwandlung in Fett und es darf wohl ge
stattet sein, statt von weichem gelbem Mark von reinem Fettmark zu
sprechen.
Die Ausstriche des Knochenmarks habe ich nach dem Vorschläge
Ehrlichs (s. b. Hel ly) mit Kartonstreifen gemacht. Gefärbt wurden
die Präparate nach verschiedenen Methoden, hauptsächlich mit Triacid
und nach Leishmann. Die Zählung der Zellen geschah auf einem ver
schiebbaren Objekttisch mit Ölimmersion. Es wurde jedesmal ans meh
reren hundert Zellen die mittlere Prozentzahl herausgenommen.
Die Versuchstiere waren vollkommen gesunde, im Zwinger ge
haltene Hunde, die mit gemischter Kost ernährt wurden und täglich
mehrere Stunden Gelegenheit hatten, sich frei zu bewegen. Die Bern
hardiner (cf. Tab. I) stammen von demselben Wurf.

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