Volltext: Beiträge zur Entwicklung des Knochenmarks

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1. Wie ist das chemische Verhalten des normalen 
Marks in den verschiedenen Knochen, d. h. wie ist in ver 
schiedenen Lebensaltern die absolute Menge von Fettmark 
und spongiösem Mark, wie groß ist die Marksubstanz nach 
Entziehung des Wassers, wie viel Fett enthält sie und wicr 
viel wiegt der Ascherückstand? 
2. Welche Zellen findet man in den verschiedenen 
Knochen und in verschiedenen Lebensaltern in Ausstrich 
präparaten und im Schnitt ? 
Meine Untersnchungsmethode war folgende: 
Es wurden 2 Hunde von demselben Wnrf und zwar: Neugeborene, 
4 Tage, 14 Tage, 6 Wochen, 3 Monate und 1 Jahr alte Tiere durch 
Entbluten getötet, sämtliche Knochen herausgenommen, aufgesägt ge 
wogen, die Knochen einer Extremität für Ausstriche und anatomische 
Präparate benutzt, hei denen der anderen Seite das mit einem scharfen 
Löffel auskratzbare Mark entfernt. Das in der Mitte der Röhrenknochen 
befindliche weiche Mark ließ sich meistens ohne Mühe mit einem gebo 
genen Spatel aus der Knochenhülle entfernen. Einige Schwierigkeiten 
bereitete oft die Abgrenzung dieses weichen Marks vom spongiösen. Ich 
habe die Grenze immer in der Weise bestimmt, daß ich mit einer feinen 
Nadel die Resistenz prüfte und die Resistenzvennehrung mit Blei an 
der Knochenhülle markierte. Natürlicli ist diese Absteckung der Grenze 
keine sehr exakte, da die feinsten spongiösen Knochenbälkchen der Über 
gangsstellen kaum eine Resistenzvermehrung bedeuten. 
Die Auskratzung des spongiösen Marks geschah mit einem 
scharfen Löffel und zwar wurde alles in der Knochenhülle liegende Mark 
entfernt. Es gelingt bei einiger Übung leicht, eine fast gleichmäßig 
dicke Knochenschale zurückzulassen. Nur bei den einjährigen Hunden 
ist das spongiöse Mark im proximalen Teil der Röhrenknochen teilweise 
verknöchert, sodaß ich mich hier darauf beschränken mußte, die anskratz- 
baren Mengen zu entfernen. Bei den platten Knochen, die zum großen 
Teil nur spongiöses Mark enthalten, ging ich in derselben Weise vor, 
nur daß hier mit Ausnahme der Scapula nicht alles Mark, sondern nur 
einige Proben entfernt wurden. Das Mark der Rippen wurde nicht aus 
gekratzt, sondern in einem Schraubstock ausgequetscht. Der heraus 
quellende Tropfen wurde jedesmal mit einem Holzspatel vorsichtig ab 
genommen, um Berührungen mit fetthaltigen Substanzen in der Umgebung 
zu vermeiden. 
Die in Porzellantiegel eingefüllten Markmengen wurden gewogen, 
durch Trocknen bei 106 Grad (mehrere Tage hindurch bis zur Gewichts 
konstanz) der Wassergehalt bestimmt, dann nach der von Rosenfeld 
angegebenen Methode das Fett extrahiert und schließlich der Rest, bis 
zur Gewichtskonstanz verascht.
	        

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