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Bei Ausstrichen von den Seitenpartien des weichen Marks
sah man spärliche rote Blutkörperchen — unter diesen ver
einzelt kernhaltige Rote —, vorwiegend aber Leukozyten
(bis zu 80 %) — darunter über die Hälfte einkernige Neu
trophile. Das spongiöse Mark hatte distal Rote und Leu
kozyten zu gleichen Teilen, unter den letzteren oft mehr
polymorphkernige; proximal etwas mehr Rote und von den
Leukozyten oft weniger polymorphkernige wie einkernige.
Es stehen also in den ersten Lebenswochen im Vorder
gründe des Blutbildes die sehr reichlichen roten Blutkörperchen
und unter diesen wieder die relativ zahlreichen kernhaltigen
Roten. Die Hauptmenge der Leukozyten wird von einkernigen
neutrophilen Zellen geliefert, Lymphozyten sind außerordent
lich spärlich. Später treten die Roten — besonders die
kernhaltigen Roten — zurück, es vermehren sich ziemlich
stark die polymorphkernigen Leukozyten. Im weichen gelben
Mark (Fettmark) sind nur vereinzelte Zellen in den Seiten
partien nachweisbar.
Wenn ich die Anschauungen berücksichtige, die
bislang über die Entwickelung des Knochen
marks geherrscht haben, und auf die früheren Zellstudien
und chemischen Untersuchungen nochmals kurz eingehe, sie
mit den meinen vergleichend, gelange ich zu folgendem Er
gebnis:
Das von Neumann aufgestellte Gesetz finde ich auch
bei meinen Versuchstieren bestätigt. Die Anschauung, daß
das rote Knochenmark in allen Knochen außer denen der
Extremitäten persistiere, ist hei meinen Versuchstieren nicht
zutreffend, da Schädel, Becken und die untere Wirbelsäule
bereits bei 3 Monate alten Hunden ein gelbes spongiöses Mark
gezeigt haben. Die einwandfreiesten Unterlagen geben die
Fettbestiramjjngen, die in den erwähnten Knochen ziemlich
hohe Prozente von Fett bieten. Diese Fettbestimmungen
zeigen auch (insbesondere ihr Vergleich mit dem Fettgehalt
des Blutes), daß die neugeborenen und wenige Tage
alten Tiere bereits wesentliche Mengen von Fett im
weichen und spongiösen Mark der Röhrenknochen enthalten.
Die teilweise auf mikroskopischen Befunden fußende An

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