Deshalb beobachtete ich die auf Bananen entstehende Pilzflora. Neben
anderen Penicillien fand sich besonders die von mir P. musae be
nannte Form. Auf der Schale einer großen Walnuß wuchs eine Art,
die ich P. juglandis nennen möchte.
Auf diese beiden Arten, wie auch auf P. kiliense, paßt keine
der bisher gegebenen Beschreibungen von Penicillien. Es ist freilich
nicht ausgeschlossen, daß einem der älteren Forscher die eine oder die
andere dieser Species Vorgelegen hat, aber jedenfalls war es wegen der
gänzlich unzulänglichen alten Charakteristiken unmöglich, mit einiger
Sicherheit Identität mit einer der beschriebenen Formen nachzuweisen.
Um mich nun im Ausdruck möglichst kurz fassen zu können und weil
ich hoffe, die drei neuen Species genügend charakterisiert zu haben,
habe ich die genannten Namen neu ein geführt.
Vorbemerkungen.
In der Literatur bestehen Differenzen in der Bezeichnung der Teile
des Konidienträgers. Brefeld, Stoll undThom nennen die flaschen-
bis keulenförmigen wirtelig stehenden Endzeilen des Pinsels, die direkt
die Konidien abschnüren, Basidien, ihre meist kräftigeren Tragzellen
Basidienträger. Wehm er, Schröter und Lindau brauchen da
gegen für die entsprechenden Teile die Bezeichnungen Sterigme und
Basidie. Es entspricht also dem Brefeld sehen Basidienträger bei
Wehm er die Basidie. Ich werde mich Wehm er s Ausdrucks weise an
schließen. Form und Größe der Sterigme und Basidie sind für die ein
zelne Art konstant, wenigstens in weiteren Grenzen, sind also mit einiger
Vorsicht zur Charakteristik zu verwenden.
Reinkulturen wurden durch wiederholtes Plattenverfahren gewonnen.
Die Konidien wurden in möglichst kleiner Menge mittelst der Platin
drahtspitze in ein Reagenzglas mit sterilisiertem Wasser überführt. Nach
kräftigem Schütteln wurde mit der Platinöse flüssige Gelatine geimpft,
die in Petri-Schalen ausgegossen wurde. Durch wiederholte Anwendung
dieses Verfahrens läßt sich leicht eine Reinkultur herstellen und in der
gleichen Art sind im Laufe der Untersuchung die Kulturen von Zeit zu
Zeit auf Verunreinigung hin geprüft.
Alle Kulturen entwickelten sich, wenn nicht anders bemerkt, bei
20—25°, unter sonst gleichen Bedingungen. Für alle Arten wurde jedoch
auch das Wachstum bei 11° untersucht. Da die Pilze sich im allge
meinen dabei langsam aber doch im übrigen normal entwickelten, werde
ich nur dann bei den einzelnen Species hierauf zurückkommen, wenn
sich Abweichungen fanden.
Die Kulturen standen in nur schwachem, gedämpftem Licht.
Stets wurden mehrere Parallelkulturen angelegt oder der Versuch
wiederholt, die wichtigsten Erscheinungen besonders oft geprüft.
Die angegebenen Maße sind Durchschnittswerte.
Die Zeichnungen wurden mit dem Zeichenapparat bei 840-facher
Vergrößerung angefertigt.
Das Wachstum auf Kartoffeln, Möhren, Zitronenscheiben wurde in
P etri-Schalen, auf Gelatinen auch in Reagenzröhrchen, auf Reis und allen
flüssigen Substraten in Erlenm ey er sehen Kolben untersucht.
Die Keimungs- und Wachstumsvorgänge wurden besonders in Ob
jektträgerkulturen (Zuckergelatine) beobachtet. Diese Kulturen entwickelten
sich in der feuchten Kammer bei 18—20°. Auch die vergleichenden
Zeichnungen wurden nach diesen Objektträgerkulturen angefertigt.

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