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2) daß, je nach dem Substrat, der Pilz verschieden wächst, sein
Wachstum für das einzelne aber immer konstant ist;
3) daß deshalb die Zusammensetzung des gebrauchten Mediums und
die näheren Bedingungen anzugeben sind.
Der gleichen Ansicht ist J. Arthaud-Berthet: „J’ai constate que
toutes ces races varient d’aspect suivant le milieu de culture . . ., mais,
aprös 3 mois de passage successif sur diffdrents milieux eiles ont repris
dans les conditions bien determinees les memes caractöres distinctifs
qu’elles presentaient au debut.“
Trotz dieser prinzipiellen Einsicht, daß Kulturversuche in größerem
Maße zur Charakteristik der Arten nicht zu umgehen sind, sind im
wesentlichen doch nur die wenigen schon aufgezählten Species so unter
sucht worden. Unsere Kenntnis der Gattung ist also noch immer eine
mangelhafte, trotzdem z. B. Saccardo in seinem Sy 1 löge fungorum
über 50 Arten angibt und beschreibt.
Deshalb ist hier der Versuch gemacht worden, einige der schon er
wähnten und einige weitere P enicillium - Arten genau zu charakteri
sieren und zwar im Sinne der genannten Forscher. Aehnlich wie Stoll
beabsichtige ich zunächst durch Zeichnungen und Messungen bei den
selben Vergrößerungen die Arten morphologisch zu vergleichen, dann
aber besonders durch Züchtung auf verschiedenen Nährböden biologische
Anhalte für die Charakteristik zu gewinnen. Diese letztere Seite wird
bedeutend mehr berücksichtigt werden, da sie nach meiner Ueberzeugung
gerade bei dieser Gattung unentbehrlich ist, weil ihre Resultate weitaus
verschiedener und deshalb eindeutiger sind als die so ähnlichen morpho
logischen Ergebnisse.
Ich habe mich im wesentlichen darauf beschränkt, ernährungs phy
siologische Fragen nur so weit zu verfolgen, als es nötig war, um Unter
schiede im Verhalten der Species aufzufinden. Meiner Meinung nach
war eben das Notwendigste und Nächstliegende die Festlegung der Arten.
Bei den Kulturen in Nährlösungen ist Wert gelegt auf möglichst
einfache Zusammensetzung, denn nur so ist es möglich, den Versuch
jederzeit zu wiederholen und dies ist der einzig gangbare Weg, der aus
der Relativität der Angaben herausführt und die vielen ähnlichen Peni
cillium-Formen trennen lehrt. Zugleich treten bei so einfacher Er
nährung die physiologischen Eigentümlichkeiten am klarsten hervor und
wegen der Uebersichtlichkeit der gebotenen Nahrung ist es leicht, durch
wenige Kulturen Aufschluß über physiologische Fragen zu erhalten.
Aus diesen Gründen wurde die Verwendung flüssiger Medien zu den
Kulturen bevorzugt. Damit sind dann noch weitere Vorteile verbunden,
nämlich einerseits finden sich in der Wuchsform, d. h. im makrosko
pischen Aussehen, auf Flüssigkeiten größere Verschiedenheiten, und an
dererseits läßt sich leichter und unverletzt ein Stückchen der Kolonie
zur mikroskopischen Untersuchung abheben als von einem festen Substrat.
Im Gegensatz zu Stoll untersuchte ich keine Arten, die jahrelang
in Laboratorien gezüchtet waren, sondern ging darauf aus, die Pilze
möglichst vom natürlichen Standort zu erhalten. Nur das von mir
Penicillium kiliense benannte stammt aus einem Laboratorium.
P. roqueforti fand ich auf Roquefort- und Gorgonzolakäse, P. ca-
memberti auf Brie und Camembertkäse. P. olivaceum und itali-
cum wuchsen auf Apfelsinen und Citronen. Es ist schon mehrfach
darauf hingewiesen worden, daß außer Citronen und Apfelsinen keine
Südfrüchte eingehender auf spezifische Penicillien hin untersucht sind.

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