Einleitung.
In der älteren Literatur über die Gattung Penicillium finden sich
viele Unsicherheiten und Irrtümer, einmal über die Stellung der Gattung
im System, dann über ihre Gliederung in einzelne Arten.
Die systematische Stellung der Gattung hat erst 1874 Brefeld
durch seine lückenlose Untersuchung des Entwickelungsganges von Peni-
cillium glaucum endgültig festgelegt.
Seitdem hat auch die andere Seite der P e n i c i 11 i u m forschung, nämlich
die Beschreibung der einzelnen Species, bedeutende Fortschritte gemacht.
Die früheren Angaben waren entweder ungenau und widersprechend
oder zu kurz, so daß es meistens unmöglich war, nach ihnen die be
treffenden Arten wieder zu erkennen. Erst seitdem man immer mehr
Wert darauf legt, diese morphologisch zum großen Teil so außerordentlich
ähnlichen Pilze auch physiologisch zu charakterisieren ist hier eine
Besserung eingetreten. Denn nur sehr wenige Arten lassen sich über
haupt morphologisch so gut beschreiben, daß ein Botaniker, der nicht
gerade Spezialist auf diesem Gebiete ist, sie ohne eingehende Unter
suchung, allein durch mikroskopische und makroskopische Betrachtung,
mit Sicherheit bestimmen kann.
Auf Grund dieser Einsicht sind in den letzten Jahrzehnten die An
gaben über Penicillium - Arten gründlicher geworden. So hat Wehm er
z. B. P. glaucum, italicum und olivaceum eingehend beschrieben.
Nach ihm hat St oll 1905 in ausführlich mitgeteilten Versuchen 7 Arten
untersucht: P.brevicaule, crustaceum, olivaceum, italicum,
luteum, purpurogenum, rubrum. Er pflegt das Substrat und
seine Herstellung anzugeben. Durch Messungen und Zeichnungen sowie
durch Beschreibung der einzelnen Wachstumsstadien auf den verschiedenen
Substraten hat er brauchbares Material geliefert. Johan Ohlsen hat
gleichfalls die Entwickelung seiner Kulturen mit dem Penicillium
aromaticum casei I, II und III ausführlich beschrieben, versäumt
es aber leider, wie unbedingt notwendig, genau die Zusammensetzung
der Nährmedien anzugeben. Wertvolle Beiträge zur Kenntnis der Arten,
die bei der Käsereifung beteiligt sein können, hat kürzlich Thom ge
liefert. Thom hat, unterstützt von Conn, Woodsworth, Stocking
und Issajeff, die Pilze des Roquefort- und Camembertkäse untersucht
und beschrieben. Die Zusammensetzung einiger Nährmedien ist genau
angegeben, die morphologische und physiologische Seite der Pilze gleich
mäßig berücksichtigt. Großen Wert legt Thom darauf, direkt auf dem
Substrat zu beobachten.
Er fügt hinzu:
1) daß die Morphologie nicht nur die genauesten Einzelheiten der
Zellstruktur und alle Beziehungen, wie sie sich ungestört in flüssigen
Nährmedien finden, einschließen soll, sondern auch die ganze Erscheinung
und den Charakter der Kolonie;
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