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in die Dicke Zuwachsen“. Thom beschreibt die Wuchsart sehr treffend,
so daß ich beim Lesen seiner Angaben sofort sicher war, denselben Pilz
zu haben. Deshalb möchte ich seine Worte hier anführen: „The mycelium
is mostly submerged, but very close to the surface and grows rapidly
outward from the starting point in a radial manner, which is rendered
prominent by certain of the threads lying just under the surface for the
most part, but making loops into the air by rising just above the sub-
stratum for a little way. This gives a grayish, almost cobwebby (arach-
noid), appearence to the margin of the young colony. The rate of growth
is not uniform in the circumference of such a colony, which makes the
border of a colony uneven instead of regularly circular as most species
appear.“ Dies spinnewebartige Wachstum wurde von mir stets bemerkt
und staubartig oder flockig genannt. Ebenso fand ich in den Nähr
lösungen nie einen scharf begrenzten Rand.
Kartoffel: Der Gorgonzolapilz zeigt auf Kartoffeln ein typisch
schlechtes Wachstum. Es tritt zwar bald an einigen Stellen ein
Ueberzug von weißlichem Mycel auf, aber das Wachstum hört bald auf.
Die Mitte wird kaum grün und verfärbt sich schnell braungrau. Ro
quefort bildet dagegen, freilich erst nach längerer Zeit, einen starken,
dunkelgrünen Ueberzug.
Reis: Die Pilze überziehen langsam das Substrat mit einer kräf
tigen, dunkelgrünen Schicht.
Zitronenscheibe: Das Wachstum ist schwächer als auf Reis,
sonst ähnlich.
Möhrenscheibe: Zunächst bildet sich ein weißer Flaum, der in
ein Blaugrün übergeht.
Traubenzucker: In den Lösungen I und II finden sich 2 Tage
nach der Aussaat weiße staubartige Pünktchen, die sich flach auf der
Oberfläche ausbreiten. Die Farbe wird schnell grünlich, ohne daß weiße
Partieen übrig bleiben. Zur Ausbildung einer zusammenhängenden
Decke kommt es nicht. Die Unterseite wird immer dunkelgrün, schließ
lich fast schwarz. Die Flüssigkeit bleibt klar.
Glycerin: Das Wachstum ist besser als auf I. Es entsteht eine
zusammenhängende Decke mit einem schwachen sterilen Hyphenrand.
Rohrzucker: In Rohrzucker, sowohl bei KN0 3 als bei Ammonium
nitrat als Stickstoffquelle, wächst diese Species sehr schlecht; die Ober
fläche der Lösungen wird nur mit grünen Flocken bedeckt. Immer
zeigte sich, bei diesem geringen Wachstum doppelt auffällig, nach etwa
6 Tagen eine rötliche Färbung der Lösung, ähnlich wie die einer Fuchsin
lösung. Die Färbung nimmt einige Tage zu, geht aber schließlich in
ein schmutziggelbes Rot, etwa die Farbe der Möhre, über. In Am
moniumnitratlösung zeigte Roquefort die Färbung nicht (wuchs über
haupt kräftiger, anfänglich hellblau, dann dunkelgrün), Gorgonzola nur
vorübergehend. Der Farbstoff nimmt beim Verdichten durch anhaltendes
Kochen auch einen gelbroten Ton an. Die Spektraluntersuchung ergibt
Absorption des blauen und violetten Lichtes. Der Farbstoff wird erst
durch Zusatz von größeren Mengen von Salzsäure oder Kalilauge zer
stört, scheint also recht haltbar zu sein.
KN0 3 und NaN0 2 : Auf Traubenzucker-KNO g wächst der Pilz
normal, es tritt keine Färbung der Lösung ein. Bei Rohrzucker-KN0 3
ist die Färbung dagegen besonders kräftig und dauernd, bei NaN0 2 geht
sie ziemlich schnell in den gelblichen Ton über. Die Unterseite der
Decke in NaN0 2 ist hell. In beiden Lösungen zeigt sich im Innern der
Flüssigkeit ein Wuchern von farblosem Mycel.

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