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Traubenzucker: Auf der Lösung I entwickeln sich weiße Inseln,
die nach einer Woche hellgrün-gelblich werden. Diese Rasen haben ein
großkörniges Aussehen. Nach weiteren 10 Tagen färben sich die Kolo-
nieen gleichmäßig hell graugrün. Die Unterseite wird weiß bis gelblich.
Die Flüssigkeit bleibt klar.
Rohrzucker: Der Pilz wächst langsam und die Polster krümmen
sich bald, ohne daß es vorher zu einer ausgiebigen Konidienbildung ge
kommen ist.
Asparaginrohrzucker: Langsam wachsen kleine Polster von
schöner, warm grüner Farbe heran. Diese Rasen haben ebenso wie in
der Lösung I immer eine Wuchsform, die der von P. italicum sehr
ähnlich ist, sie bilden nämlich, ohne weiße Hyphen zu zeigen, dichte,
oben glatte, höchstens etwas körnige Massen.
Stärke und KNO s : Kein Wachstum.
Saure und alkalische Substrate: In 5-proz. Citronensäure
entwickelt der Pilz sich nicht. In 2-proz. Lösung entstehen kleine, weiße
Kolonieen, die mittelstark wachsen, sich aber bald, ohne zu fruktifizieren,
zu glasigen, zarten Röllchen und Stäbchen krümmen. Die Flüssigkeit
bleibt klar. In allen Na 2 C0 8 -Lösungen (1—7 8 -proz.) wächst P. oliva-
ceum nicht. Blaue Lackmusgelatine wird stark rot. Der Pilz nimmt
also Säuren und Alkalien gegenüber eine ähnliche Stellung ein wie
P. italicum, nur hemmt schon geringere Konzentration von Zitronen
säure sein Wachstum.
Milch: Es bildet sich nur wenig farbloses Mycel.
Tannin: Kein Wachstum.
Der Pilz ist sehr leicht mikroskopisch von den anderen hier be
handelten Formen zu unterscheiden, denn er ist viel kräftiger gebaut,
die Hyphen sind bedeutend breiter, die Konidien fast doppelt so groß
wie die der anderen Arten. Alle beobachteten morphologischen Eigen
tümlichkeiten werden durch die Stollsche Zeichnung wiedergegeben.
Auffallend ist das schlechte Wachstum in vielen Nährlösungen, wie KN0 3 ,
Stärke, den Na^COs-Lösungen und den gewöhnlichen Gelatinen. Die
Species unterscheidet sich weiter durch die hohe untere Temperatur
grenze.
6. Penicillium cameinberti Thom.
Camembert- und Briekäse wurden wiederholt untersucht. Stets
ließ sich aus dem weißen Mycel der Rinde P. camemberti kultivieren.
Lange Versuchsreihen wurden mit dem Pilz des Camembert- und
dem des Briekäse parallel unternommen. Es zeigte sich in dem Ver
halten durchgängig Uebereinstimmung; nur selten machten sich geringe
Intensitätsdifferenzen bemerkbar, indem z. B. bis zur Keimung die eine
Kultur längere Zeit brauchte oder eine bestimmte Färbung nicht genau
am gleichen Tage auftrat. Diese Unterschiede mögen durch sekundäre
Ursachen, wie verschiedenes Alter, Feuchtigkeit, auch durch verschieden
gute Ausbildung und Reife der Konidien auf den Käsesorten bedingt sein.
Mikroskopische Untersuchung.
Die Hyphen dieses Pilzes sind 3,0—4,2 /j, breit, die Zellen 30—40 fi
lang. Die Konidienträger sind dünnwandig, so daß sie, wie Thom be
merkt im Alter oft zusammenknicken. Der Träger pflegt meistens nur
einen kräftigen Seitenast zu tragen, der ebenso wie der Hauptstamm
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