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Stärke: In Arrowroot- und Reisstärke wächst der Pilz mittelgut.
In 5 Tagen hat sich eine bläuliche Schicht gebildet. Ein weißer Rand
ist kaum oder schlecht entwickelt. Später wird die Decke fester, filziger
und tiefgrün. Die Unterseite bleibt hell.
Pepton: Eine Entwickelung tritt erst sehr spät auf, zeigt dann aber
das normale Verhalten.
Saure und alkalische Substrate: Der Pilz vermag noch in
6-proz. Zitronensäurelösung zu wachsen; freilich bilden sich nur weiße
Kügelchen, auch unten in der Lösung. Die Flüssigkeit färbt sich ebenso
wie die Kügelchen intensiv gelb. Dies tritt besonders in der 2-proz.
Lösung hervor, wo sich kleine, weiße Inseln bilden, die unten tiefgelb
werden, Auch in alkalischen Lösungen gedeiht der Pilz, und zwar weit
besser als die anderen untersuchten Arten. In ^-proz. und 1-proz.
Na 2 C0 3 -Lösungen bilden sich, freilich erst nach 1—2 Wochen, etwas
gewölbte, grüne, dichte Inseln ohne Rand. In einer Lösung von Trauben
zucker mit 1 / 8 Proz. Na 2 C0 3 bildet sich schnell eine kräftige Decke
aus, oben blaugrün, unten weiß. In der entsprechenden Rohrzucker-
lösung gedeiht der Pilz dagegen ziemlich schlecht und zeigt eine hell
grüne Färbung. In l 1 / 2 ‘P roz - und 2-proz. Na 2 C0 3 -Lösungen zeigen
sich nach 2—3 Wochen kleine grünliche, halbkugelförmige Inseln, die
bald, wie in allen Na 2 C0 3 -Lösungen, sich oliv bis braun färben. Blaue
Lackmusgelatine zeigt nur vorübergehend eine schwache Säuerung an,
rote dagegen nach längerer Zeit eine ziemlich starke Bläuung. Aus
chemischer Untersuchung ergibt sich, daß diese Art Oxalsäure in allen
Na 2 CO 3 -Lösungen gebildet hat, während sie sonst nicht nachzuweisen
war, nur einige Male in KNO s -Lösung. Die starke Alkaleszenz, die der
Pilz verträgt, erklärt sich also durch Neutralisation durch gebildete
Oxalsäure. Es bleibt übrigens nicht bei der Neutralisation, sondern
diese Lösungen werden alle etwas sauer. Ein Vergleich aller erwähnten
Kulturversuche führt zu dem Ergebnis, daß der Pilz zwar innerhalb
weiter Grenzen gedeiht, aber am besten in neutralen oder fast neutralen
Medien wächst.
Milch: Es wird verhältnismäßig rasch eine dunkelgrün-bläuliche
Decke gebildet. Am Glase und am Rande der Inseln zeigt sich eine
ähnlich intensive gelbe Färbung wie auf der Kartoffel. Das Kasein wird
schnell gelöst, so daß die Lösung bald klar wird.
Tannin: In Rohrzuckerlösung mit 10 g Tanninzusatz vermag diese
Art noch schwach sich zu entwickeln.
Charakteristisch im allgemeinen ist die flache, dichtfilzige Wuchs
form und die dunkelgrün-bläuliche Farbe. Der Pilz ist auffallend durch
die gelbe Färbung vieler Substrate, wie Kartoffel, Reis, Milch. Er ver
mag bei weitem stärker alkalische Lösungen zu vertragen als alle an
deren untersuchten Species. Auf sauren Lösungen zeigt er bedeutende
Krümmung der schwimmenden Mycelpolster. Sein Wachstumsvermögen
ist durchschnittlich recht groß. Es ist die einzige Art, bei der Sklerotien
gefunden wurden. Sie sind gelb und glatt, bis 0,5 mm groß.
2. Penicillium jnglandis n. sp.
Dieser Pilz fand sich auf einer Walnuß in einem Fruchtgeschäft
Kiels. Er bildete auf der Schale der Nuß einen dunkelgrünen, körnigen
Ueberzug.

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