Allgemeiner Teil.
Die heute in der Chemie organischer Verbindungen all
gemein gebrauchte Bezeichnung Condensation ist aus der
Physik übernommen worden, indem dabei eine begriffliche
Verschiebung der Bedeutung eintrat, so aber, daß man doch
ihrer etymologischen Abstammung gerecht wurde. In der
Physik versteht man unter Condensation allgemein die Ver
dichtung der Gase zu Flüssigkeiten, in der Chemie dagegen
die Verdichtung mehrerer Moleküle zu einem einzigen.
In dieser Bedeutung ist der Begriff Condensation von
Berthelot in die Chemie eingeführt l ) und zuerst bei seinen
Synthesen höherer Kohlenwasserstoffe aus niederen angewandt.
Kekule 2 ), der den Wasserstoff, das Wasser und das
Ammoniak als »Typen oder Haupttypen« wählte, auf die alle
chemischen Verbindungen bezogen werden könnten, indem
er annahm, daß »ein zusammengesetztes Radikal die ihm
äquivalente Menge von Atomen der Elemente in diesen ein
fachsten Verbindungen ersetze,« nannte hiernach »die eine
Art von Verbindungen, die nämlich, bei welchen gleichartige
(Radikale) Moleküle durch mehratomige Radikale vereinigt
sind, multiple Typen oder Polymertypen; die anderen, bei
welchen die zusammengehaltenen Moleküle verschiedenen
Typen angehören, intermediäre oder gemischte Typen.« Diese
Bezeichnungsweise fand indes keinen Eingang.
Der nächste war Baeyer, der sich mit dieser Materie
eingehend befaßte und hier Klarheit zu schaffen suchte. * * 8 )
Baeyer unterscheidet zwischen »wahrer Condensation« und
') Berthelot: Comp. rend. 54. pag. 515—62. 905 u. 947.
2 ) Kekul6 : Org. Chemie 1. 114—122.
8 ) Baeyer: Ann. d. Ch. Suppl. 5. 79 — 95.

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