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Das Methylen, das Anfangsglied dieser Reihe, hat noch
nicht isoliert werden können; man muß annehmen, daß es
sich sogleich bei seinem Entstehen zu Acetylen CHa = GH 2
polymerisiert.
Ebensowenig ist es gelungen, zu Polymeren des Aethylens
zu gelangen, weder durch Ha SO4 (selbst rauchende) noch
durch Fluorbor. H2SO4 absorbiert wohl, namentlich in der
Hitze bei 160°—170°, beträchtliche Mengen CHa = CHa.
Durch Destillation der sauren Flüssigkeit nach Zusatz von
viel Wasser und Behandeln des Destillats mit Pottasche, erhält
man ausschließlich reichliche Mengen Äthylalkohol. Polymeres
Äthylen läßt sich nicht nachweisen. Noch höhere Tempe
raturen, auch rauchende Schwefelsäure von höherem Anhydrid
gehalt, blieben ohne Wirkung, Fluorbor ebenso. 5 )
Gustavsen 6 ) glaubt allerdings bei der Einwirkung von
Aluminiumbromid (oder Chlorid) in Gegenwart von HBr
(HCl) zu Äthylenpolymcren zu gelangen. Indem als Neben
produkt Grenzkoblenwasserstoffe entstehen, resultiert so aus
dem CHa = CHa das Kohlenwasserstoffbromaluminium Al Brs .
C* Hg. Von den meisten Forschern wird indes an der Richtig
keit dieser Reaktion gezweifelt.
Diese Stabilität des Äthylens unter Umständen, unter
denen seine Homologen sich längst polymerisieren, weist dar
auf hin, daß seine Struktur eine symmetrische ist. Dafür
spricht die Beobachtung Anschütz’s 7 ), daß sich seine Sub
stitutionsprodukte nur dann polymerisieren, wenn sie eine
unsymmetrische Struktur zeigen. CHa = CHBr und CHa CBra
polymerisieren sich leicht, nicht aber CHBr = CHBr.
Propylen dagegen ist der Polymerisation zugänglich.
Butlerow 8 ) gibt an, diese sowohl durch Zusatz von Schwefel
säure, wie auch von Fluorbor, leicht bewerkstelligt zu haben.
Erst später 9 ) kommt er zu der Erkenntnis, daß sich Propylen
nur durch Fluorbor und zwar sehr leicht, nicht aber durch
Ha SO4, polymerisieren läßt.
*) Ber. 9. 19G. Ber. 9. 561.
•) Jour. pr. (2) 34. 61.
’) Anschütz: Ber. 12. 2076.
8 ) Butlerow: Ann. 169. 146.
9 ) Butlerow: Ann. 189. 44.

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