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Köpfchens beschränkt ist. Schliesslich ist nach dem Abfallen
der Früchte alles Öl des Blütenbodens verschwunden. Damit
scheint es erwiesen zu sein, dass im Blütenboden der Inulinen,
Echinopsidinen, Carlininen und Carduinen fette Öle als Reserve
stoffe gespeichert werden, die zur Ernährung der Blüten und
Früchte verbraucht werden. Öl und Inulin brauchen, wie aus
einem Vergleich der vorgenannten Kompositen mit den inulin
haltigen hervorgeht, einander nicht auszuschliessen.
Bedeutung der Leitbündel für die Ernährung
der Blüten und Früchte. — Aus den vorstehenden Unter
suchungen ergibt sich, dass der Blütenboden der Kompositen
hauptsächlich als mechanischer Träger der Blüten und Früchte
fungiert, in den ersten Stadien seiner Entwicklung aber zugleich
als Reservestoffbehälter angesehen werden kann.
Wenn auf späteren Entwicklungsphasen keine Vorratsstoffe
im Grundgewebe mehr gespeichert werden, so muss man an
nehmen, dass solche den Blüten und Früchten hauptsächlich
durch die Leitbündel aus den übrigen Teilen der Pflanze zu
geleitet werden. Zwei Tatsachen sprechen für diese Annahme:
einmal die verschiedene Ausbildung der Leitbündelendigungen
an der Insertion fruchtbarer und unfruchtbarer Blüten, und
zweitens der Umstand, dass mit dem Unterschied in der Grösse
der einzelnen Achänen ein solcher in der Grösse und Zahl der
Leitbündelelemente parallel läuft. Wie im ersten Teil dieser
Arbeit schon erwähnt wurde, finden wir bei Calendula und
Centaurea eine Differenz zwischen den Zahlen der Leitbiindel,
die die fruchtbaren und der Zahl derer, welche die männlichen
bezw. unfruchtbaren Blüten inserieren. Ferner wurde bei
Silphium, Lindheimera, Melampodium und Moscharia festgestellt,
dass die Leitbündel, die in die fruchtbaren Blüten eintreten, aus
weniger Elementen zusammengesetzt sind als solche, die in die
unfruchtbaren gehen. Durch diese Beispiele dürfte erwiesen
sein, dass die Ernährung der Blüten zum grossen Teil von der
Ausbildung der Leitbündel abhängt, welche die Nährstoffe in
die Blüten schaffen. Wenn bei anderen Kompositen, wie bei
manchen Heliantheen und Gaillardia mit unfruchtbaren Rand-

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