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Daniel hatte beobachtet, dass aus inulinhaltigen Köpfchen
aus dem Stadium der Fruchtreife und z. T. auch während der
Blütezeit das Inulin verschwunden war, ein Befund, der durch
meine Untersuchungen an den vorhergenannten Kompositen be
stätigt wurde. Gewöhnlich konnte in Blütenböden, wenn die
Blüten sich geöffnet hatten, kein Inulin mehr nachgewiesen
werden; dagegen erreichte der Inulingehalt sein Maximum stets
auf dem Stadium vor dem Aufspringen des Köpfchens, wie
dies Daniel auch schon bei Cynara Scolymus gefunden hat.
Bei Beobachtungen noch jüngerer Blütenböden stellte es sich
heraus, dass bei diesen viel weniger, in vielen Fällen gar kein
Inulin vorkommt, vielmehr ist es meistens erst dann wahr
zunehmen, wenn die Köpfchen die halbe Grösse der voll
entwickelten besitzen. Wir können daher wohl mit Fischer
sagen, dass „das Inulin des Köpfchens, entgegen seinem sonstigen
Verhalten, eine lange Strecke nach aufwärts gewandert ist und
am Endpunkt der Wanderung nicht als solches gespeichert,
sondern in eine andere Substanz, in fettes Öl, umgewandelt
wird“. Damit würde denn auch eine Erklärung dafür gefunden
sein, dass Inulin bei einjährigen Pflanzen im Köpfchen vorkommt,
während es in unterirdischen Organen solcher Kompositen
nirgends gefunden zu sein scheint. Es würde in einem der
artigen Fall unverständlich sein, wie das Inulin in unterirdischen
Organen eine Rolle als Reservestoff spielen sollte. Zugleich
können wir die Erklärung Daniels über das Vorkommen des
Inulins im Blütenköpfchen annehmen: „C’est une reserve qui
ne differe de celle que contiennent les racines qu’en ce qu’ eile
est absorbee presque immediatement apres sa formation“.
Stärke. Die mitgeteilten Beobachtungen über Inulin legten
es nahe, zu untersuchen, ob der Blütenboden der Kompositen
auch andere Reservestoffe, zunächst Stärke, speichere. Es wurden
wieder wie bei der Inulinuntersuchung Köpfchen auf drei ver
schiedenen Entwicklungsphasen beobachtet, zunächstgeschlossene,
halb entwickelte Inflorenszenzen, dann solche auf dem Stadium
des Blühens und schlieslich Blütenböden zur Zeit der Frucht
reife. Stärke, die durch Chloraljod nachgewiesen wurde, wurde

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