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mit Härchen nicht ausschliesst (vergl. Ximenesia und Hypochoe-
ris). Ob die Spreuhaare bei den genannten Kompositen nun
homolog den Brakteen sind, ist nach Warming wohl schwer
festzustellen. Vielleicht sind die Härchen, die epidermal er
zeugt werden, eigenartige Bildungen, während die subepidermaler
Herkunft rudimentäre Spreublätter sind, da ja diese ebenfalls
aus dem Periblem gebildet werden.
Daniel kommt in seiner Schrift „Recherches anatomiques
et physiologiques sur les bractees de l’involucre des Composees“
nach einer kurzen Untersuchung der Emergenzen des Blüten
bodens zu dem Resultat: „dl resulte de ces exemples que les
paillettes et les soies du receptacle ne sont pas autre chose
que des bractees florales tres degradees“. Für diese Ansicht
scheint auch der Umstand zu sprechen, dass die Härchen des
Blütenbodens scheinbar funktionslos sind, wenigstens ist von
einer etwaigen Funktion nichts bekannt. Die erwähnten Härchen
entbehren des Chlorophylls, der Leitbiindel, der Sekretgänge
und zeigen keinen drüsigen Charakter, was ebenfalls für Daniels
Vermutung zu sprechen scheint.
Die Epidermis, welche Blütenboden und Blüten bekleidet,
erfährt mit der Entwicklung der letzteren zugleich mit dem
darunterliegenden Grundgewebe an der Stelle, an der die Frucht
sich vom Blütenboden trennt, eine Einschnürung. Bei unent
wickelten Blüten ist von dieser noch nichts sichtbar, erst zu
Beginn der Blütezeit finden wir sie an der Basis der Blüten,
und zwar ist die Abbruchstelle bei den meisten Kompositen,
wie früher schon angedeutet wurde, etwas eingesenkt. Diese
Einschnürung der Epidermis mit dem darunterliegenden Grund
gewebe dient augenscheinlich dazu, den Früchten die Trennung
vom Blütenboden zu erleichtern, womit auch, wie wir nachher
sehen werden, der besondere Bau der Leitbiindel an dieser
Stelle Zusammenhängen mag.
Schliesslich mag noch erwähnt werden, dass einzelne
Partien des Inhalts aller Epidermiszellen von Bellis perennis und
Bidens ferulaefolius schwärzlich gefärbt sind, wie es auch in
den Spreublättern von Helianthus annuus vorkommt.

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