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ganz ungefährlich und führte speziell bei den fiydrobenzolen
regelmässig zu heftigen Explosionen. Sie wurde daher bald
verlassen.
Nach der zweiten ozonisiert man die Substanz in einem
Lösungsmittel, in dem auch das entstehende Ozonid löslich ist.
Dann destilliert man das Solvens, gewöhnlich Chloroform oder
Eisessig, im Vakuum ab und erhält das Ozonid als mehr oder
weniger zähe Masse. Es ist klar, dass dabei die geringe Menge
des festen oder zähflüssigen Ozonides in dem grossen Über
schuss an dünnflüssiger Verbindung gelöst bleibt und nicht
leicht daraus abzuscheiden ist.
Dieser Übelstand wird vermieden durch Anwendung eines
Lösungsmittels, aus dem das eine der beiden Ozonizierungs-
produkte sofort ausfällt. Als geeignet erwies sich in den meisten
Fällen der Tetrachlorkohlenstoff. Das ausfallende Ozonid wird
durch Waschen mit Äther oder einer anderen passenden Flüssig
keit von der anhaftenden flüssigen Verbindung befreit, die
ätherische Lösung mit dem Tetrachlorkohlenstoff vereinigt und
im Vakuum verdampft. Man erhält so Ozonide, deren Zusammen
setzung eine in Anbetracht der mangelhaften Reinigungsmethoden
befriedigende Übereinstimmung mit den für normale Ozonide
berechneten Zahlenwerten zeigt.
Der unlössliche Rückstand ist kohlenstoffärmer und ent
spricht ziemlich genau einer Anlagerung von vier Atomen
Sauerstoff pro Doppelbindung. *
Ich möchte für diese Körper den Namen „Perozonide“
vorschlagen. Für ihre Konstitution und den Mechanismus ihrer
Bildung wären zunächst drei Möglichkeiten zu diskutieren:
1. Die Ozonanlagerung erfolgt unter Ringsprengung. Diese
Hypothese lässt sich kaum mit der häufig beobachteten Über-
führbarkeit der Perozonide in die normalen Ozonide vereinbaren
(s. unter 3.)
2. Die Perozonide enthalten ähnlich den Ozonidperoxyden
die normale Ozonidgruppe Os, daneben an irgend einer anderen
Stelle angelagert das vierte Sauerstoffatom. Es ist hier nicht
recht einzusehen, an welche Stelle des Moleküls das vierte

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