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W. MieIck, Acanthometren von Neu-Pommern.
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winklig, sondern etwa rechtwinklig vom Stachel abgesetzt sind,
und so die durch je zwei Blätter hergestellten Brücken zwischen
den Stacheln nicht wie gewöhnlich nach innen, dem Zentrum
zu ausgeschweift sind, sondern einen mehr geraden oder gar
etwas nach außen gebogenen Verlauf nehmen. Die durch
sichtige Zentralkapsel ist kaum größer als der umfangreiche
Blätterbau, und der Hauptinhalt der Zentralkapsel liegt in den
durch die Blätter begrenzten, pyramidalen Hohlräumen verborgen.
Die Kapselmembran zeigt hier zuweilen eine auffallende Dicke.
Diese von Haeckel (1887) aus dem pazifischen Ozean
beschriebene Spezies, welche von Popofsky (1906) bereits ein
gezogen und ohne triftigen Grund und verfrüht, wie mir scheint,
als Entwicklungsstadium von Zygacanthidium rhombicum H.
gedeutet wurde, halte ich für durchaus zu Recht bestehend. Die
von mir mit dem Zeichenprisma bei gleicher Vergrößerung
aufgenommenen Zeichnungen wie die Haeckel sehe decken sich
mit dieser vollkommen. Ausgeschlossen erscheint nicht, daß man
es hier mit jüngeren Stadien der nächsten Spezies zu tun hat.
Mit Z. rhombicum ist diese Form jedoch nicht im geringsten
in Verbindung zu bringen.
Maße: Hauptstacheln lang 0,13—0,17 mm; breit 0,007—0,012 mm. Nebenstacheln lang 0,1—0,13 mm;
breit 0,006—0,008 mm. Zentralkapsel lang 0,07—0,11 mm. (12).
Vorkommen: 6. 22. VII. VIII. X.
4. Phyllostaurus amphitectus H. Taf. IV Fig. 5, Taf. II Fig. 10 u. 11.
Zygostaurus amphitectus H. 87 S. 774, Taf. 131 Fig. 7.
Zygacanthidium amphitectum Pop. 04 S. 82.
Synonym Pop. 06 S. 366: Zygacanthidium (Zygostaurus) longicorne H.
Diagnose: Stacheln komprimiert mit sehr großem Blätterkreuz. Zwei gegenständige Äquatorial
stacheln („Frontal- und Kaudalstachel“) länger als die übrigen Stacheln. Außer dem Kaudalstachel alle
stark komprimiert und distal in zwei weit divergierende, breite Hörner gespalten, die etwa so lang sind
wie der mittlere Stachelteil zwischen dem Ansätze der Hörner und des Blätterkreuzes. Kaudalstachel nicht
gespalten, dick spindelförmig. Blätterbau in der Richtung der Hauptstacheln wenig in die Länge gestreckt.
Zentralkapsel rhombisch, kissenförmig, ziemlich hell und durchsichtig.
Vorliegende Spezies war als einzige aus der Gruppe der mit divergierenden Stachelhörnern aus
gerüsteten Acanthometren in dem untersuchten Materiale vertreten. Nach der Konstruktion des Blätterbaues
schließt sie sich eng an die Phyllostauren an und zeigt besonders mit Ph. conicus in dem großen Blätterbau
und den auch hier etwa rechtwinklig abgesetzten Blättern der Pol- und Tropenstacheln große Ähnlichkeit.
Der Bau des Polkreises und seine Verbindungsweise mit dem Tropenkreise ist durchaus mit Phyllostaurus
übereinstimmend. Übergangsstadien von Ph. conicus zu Formen mit distal gespaltenen Stacheln habe ich
jedoch nicht aufgefunden.
Von den vier Polstacheln des Ph. amphitectus sieht man bei Polansicht trotz gleicher breiter
Stellung der Blätterkreuze den distalen Stachelteil der beiden Stacheln der Längsachse von der Schmal
seite, den der beiden anderen von der Breitseite. Erstere besitzen anscheinend eine fünfseitige, letztere eine
sechsseitige Basalpyramide. Auffallend sind eigentümliche, leistenförmige Verdickungen, welche im Achsenstücke
des Blätterkreuzes entspringend an sämtlichen Stacheln die Stachelränder bis zur distalen Spaltung begleiten.
Haeckel deutet sie bereits in der Zeichnung seines Zygostaurus sagittalis an (H. 87 Taf. 131 Fig. 8).
Maße: Länge des Kreuzes 0,35 mm; Breite 0,3 mm. Kaudalstachel breit 0,022 mm. Frontal
stachel breit 0,03 mm. Zentralkapsel lang 0,18 mm. (2).
Vorkommen: 22. X.
Fig. 19. Phyllostaurus conicus H.
Blätterbau. Prisma-Zeichnung; Vergr. 400.

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