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92 W. Mielck, Acanthometren von Neu-Pommern. 54
Blätterkreuz Übergänge konstatieren ließen, so wäre damit eine Verbindung beider Genera hergestellt.
Z. hemicompressutn ohne Polraum wäre dann das ursprünglichste Zygacanthidium, aus dem sich unmittelbar
Z. lanceolatum und aus diesem zwei neue Äste, Z. lancettum und rhombicum einerseits, Z. bipenne und
purpurascens andrerseits, herleiten ließen.
ß. Blätterkreuz der Polstacheln breitliegend.
5. Genus Phyllostaurus.
Ein kleine Form Phyllostaurus (Zygacanthidium) pacificus H. (Pop.) *) von Ph. siculus H. zu
trennen, scheint kein Grund vorzuliegen. Als einzigen Unterschied zwischen beiden gibt Popofsky eine
konstante Verschiedenheit in der Größe an, während ich eine lückenlose Formenreihe von den Maßen des
Ph. pacificus H. bis zu Ph. siculus H. nachweisen konnte. Eine kleine längliche Spezies, welche im
Skelettbau mit Ph. ovatus J. M. völlig übereinzustimmen scheint, aber nach Popofsky 1906 S. 356ff.
wegen des Besitzes von gelbem Pigment als selbständige Spezies Z. complanatum H. von dem mit rotem
Pigmente ausgerüsteten Ph. ovatus zu trennen ist, konnte ich in meinem Gebiete nicht mit Sicherheit nach
weisen, da Unterschiede im Pigmente sich nur an lebend-frischem Material nachweisen lassen; solches hat
Popofsky allerdings ebensowenig wie mir zur Verfügung gestanden. Diesem von Popofsky 1906 Taf. 15
Fig. 21 abgebildeten Z. complanatum H. waren Formen mit erheblich weniger länglichem Blätterbau sehr
ähnlich, die ich als zu Ph. ovatus gehörige, noch jugendliche Stadien betrachte, bei denen sich gerade eine
kleine Streckung des Blätterbaues bemerkbar macht. Bei Vergleich der von beiden Autoren gegebenen Figuren
glaube ich nicht, daß Haeckel die von Popofsky neuerdings als Z. complanatum angesprochene, sondern
eine meinem Zygacanthidium-Kreise angehörige Form Vorgelegen hat. Die Bezeichnung „complanatum“ wäre
für die Popofskysche Form völlig deplaziert. Daß Popofsky bis 1906 unter Z. complanatum Formen
meines Zygacanthidium-Kreises verstanden hat, geht aus mehreren Bemerkungen in seiner neuesten Arbeit (1906)
zweifellos hervor. Seine 1904 für diese Spezies gegebene Figur ist eine bezüglich des Blätterbaues un
richtig veränderte Wiedergabe einer genauen Zeichnung Brandts. Der in fast allen Berichten über Acan
thometren auftretende Name Z. complanatum H. ist von Popofsky unpraktischerWeise von dem Formen
kreis Z. purpurascens, lanceolatum, rhombicum etc. auf einen wenig charakteristischen Vertreter des Phyllo-
staurus-Kteises übertragen worden. Nach Auflösung der verschiedenen, früher unter dem gemeinsamen
Namen Z. complanatum von Popofsky zusammengefaßten Formen in einzelne, selbständige Spezies, die
von demselben mit Hilfe der Ergebnisse meiner Studien über das Blätterkreuz vorgenommen ist, wäre der
Name besser dem häufigsten Vertreter des Formenkreises verblieben oder aber ganz getilgt worden.
1. Phyllostaurus siculus H.
Acanthometra sicula H. 62 S. 382, Taf. XVII Fig. 1, 2; Taf. XVIII Fig. 8.
Acanthometron siculum H. 87 S. 744.
Phyllostaurus siculus Pop. 04 S. 66.
Zygacanthidium siculum Pop. 06 S. 355—356, Taf. 15 Fig. 18 und 19.
Synonym Pop. 06 S. 355: Phyllostaurus brevispinus H.
Diagnose: Stacheln alle gleich lang, stielrund oder mehr oder weniger komprimiert kantig, im
distalen Teil allmählich zugespitzt. Großes Blätterkreuz, etwa dreimal so breit wie der proximale Stachelteil.
Zentralkapsel kugelig, dunkel und undurchsichtig. Bis 60 Myoneme.
Die Abgrenzung der Spezies Phyllostaurus siculus H. und ovatus J. M. voneinander ist oft recht
schwierig. Denn einerseits kommen Formen ohne eine Langstreckung des Blätterbaues mit zwei Haupt
stacheln vor, welche die übrigen Stacheln an Länge übertreffen, und ferner solche, bei denen nur die
Zentralkapsel nicht aber der Blätterbau in die Länge gestreckt' ist, und andrerseits solche ohne aus
geprägte Hauptstacheln jedoch mit wenig gestrecktem Blätterbau. Beide Spezies sind durch eine große
Zahl von Übergangsformen miteinander verbunden. Zuweilen sind alle vier Äquatorialstacheln als Haupt
stacheln entwickelt. Sehr jugendliche Stadien von Ph. ovatus J. M. scheinen stets kugelige Zentralkapsel
i) Pop. 04 S. 76.
Pop. 06 S. 357, Tai. XV Fig. 18.

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