45
W. MieIck, Acanthometren von Neu-Pommern.
83
11*
erheblich verschiedene Ausbildung des zentralen Blätterbaues, auf die ich sogleich näher einzugehen habe,
unterscheiden und so entweder dem Phyllostaurus-Kreise (Typus Phyllostaurus siculus H.) oder dem
Zygacanthidium-Kreise (Typus Zygacanthidium purpurascens H.) zugeordnet werden können.
Die Bildung des Blätterkreuzes ist in beiden Gruppen in derselben Weise aus den Basalpyramiden
vor sich gegangen, wie vorn in der Beschreibung des Grundbaues eines vierflügeligen Blätterkreuzes,
welches wir ebenso im Genus Acanthonidium antreffen, auseinandergesetzt ist. Doch treten hier in der
Verbindung der Pol- und Tropenkreise mancherlei besondere Bildungen hinzu, die für Phyllostaurus einer
seits, für Zyganthidium andrerseits charakteristisch sind.
Zur Erklärung des Unterschiedes muß zunächst vorausgeschickt werden, daß jeder mit Blätterkreuz
versehene Achsenstab eine Breitseite und eine Schmalseite erkennen läßt, indem er zwischen den Blättern
stark seitlich komprimiert ist. An seinen Schmalseiten ist je ein zusammengehöriges Paar der Blätter be
festigt, die aus der Verlängerung zweier nebeneinander liegender Seitenflächen der kleinen Basalpyramide
gebildet sind. (Vergl. Fig. 3, 9, 12, Taf. IV Fig. 2 a u. b.)
Während zwischen Phyllostaurus und Zygacanthidium in der Gestaltung der Blätterkreuze von den
Äquatorialstacheln kaum ein Unterschied, in derjenigen der Tropenstacheln ein nur geringer besteht, zeigt
sich eine große Verschiedenheit in den Blätterkreuzen der Polstacheln. Der gleich äußerlich erkennbare
Unterschied liegt in der Lage der Polstachelblätterkreuze zu den Äquatorialstacheln und zwar kurz gesagt
darin, daß dieselben bei Phyllostaurus mit ihren Breitseiten gleich liegen wie diejenigen der Äquatorialstacheln,
während bei Zygacanthidium ihre Breitseiten mit denjenigen der Äquatorialstacheln einen rechten Winkel bilden.
Wohlgemerkt, ich spreche nicht von der Breitseite des distalen Stachelschaftes sondern des Achsenstabes,
der zwischen den Blättern liegt, denn die distale Breite braucht nicht in allen Fällen mit der des Achsen
stückes zwischen den Blättern zusammenzufallen. 1 ) Dazu kommt aber ein abweichender Bau der Polstachel
blätterkreuze selbst, mit der auch eine Verschiedenheit im Bau der Tropenstacheln verbunden ist. Um den
Unterschied zu erklären, werde ich die zwei verschiedenen Typen von Polstacheln und deren Verbindung
mit den Tropenstacheln von Ph. siculus einerseits und Z. purpurascens andrerseits beschreiben.
Im ganzen Phyllostaurus-Kreise verhält sich der Bau völlig übereinstimmend bei allen Arten, während
bei Zygacanthidium die verschiedenen Arten kleine Abänderungen aufweisen, die sich aber alle auf
Z. purpurascens H. zurückführen lassen, so daß ich dieses als Typus beschreiben kann.
Phyllostaurus: Die Polstacheln von Phyllostaurus be
sitzen vier gleich große Blätter, die zu zwei Paaren von den beiden
Schmalseiten des Achsenstabes ausgehen und zwar so, daß die
zwei paarweis zusammengehörigen Blätter einen spitzeren Winkel
einschließen als der Winkel zwischen den einzelnen Paaren, über
die Breitseite des Achsenstückes gemessen, beträgt (Fig. 9). (Sie
gleichen also hierin den Äquatorialstacheln, die bei den Phyllo-
stauriden und Zygacanthidien ein im Wesentlichen überein
stimmend gebautes Blätterkreuz besitzen). Von jedem einen spitzen
Winkel einschließenden Blätterpaare der Polstacheln ist das eine
Blatt aus einer Polfläche, das andere aus einer Tropenfläche der
kleinen Basalpyramide entstanden. Zu jedem Blätterpaare gehört
also ein Polblatt und ein Tropenblatt, die in beiden Paaren an der
gleichen Breitseite des Achsenstabes liegen, so daß bei Ansicht
auf eine Breitseite des Achsenstabes dem Beschauer entweder zwei
Polblätter oder zwei Tropenblätter zugekehrt sind. Bei der Ver-
bindungderPolstacheln untereinanderzum Polstachel
kreise zeigen dieselben also bei Polansicht alle die
Breitseite ebenso wie die Äquatorialstacheln. Die zwei paarweis zusammengehörigen Blätter,
i) So zeigen besonders die Stachelschäfte der beiden Polstacheln mit fünfseitiger Pyramide bei Polansicht meist eine spitze
Kante, diejenigen mit sechsseitiger Pyramide dagegen eine breite Seite, während das Achsenstück zwischen den Blättern an allen
vier Polstacheln bei Phyllostaurus stets breit, bei Zygacanthidium stets schmal liegt.
a. b. c.
Fig. 9. Polstachel von Phyllostaurus.
a) Ansicht auf die Breitseite des Stachels,
b) auf eine Polblatt-Stirnfläche,
c) auf die Schmalseite.
Pb. Polblatt, Tb. Tropenblatt, S. Symphyse.

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.