76
W. MieIck, Acanthometren von Neu-Pommern.
88
länge größere Zentralkapsel, eine bedeutend stärker entwickelte Gallerte und zahl
reichere, kräftigere, weniger vergängliche Myoneme.
Im folgenden sei zuerst auf eine Reihe von Formen eingegangen, die erst ziemlich spät bei kräftig
entwickeltem Skelette Apophysen ausbilden und daher in noch apophysenlosen Stadien leicht irrtümlich für
Acanthometren gehalten werden können.
Zu Acanthometron fuscum J. M.
Bei genauer Durchsicht der anfangs von mir A. fuscum J. M. bestimmten Formen erwiesen sich
alle als jugendliche Acanthophracten. Somit komme ich zu dem Ergebnis, daß diese für allgemein ver
breitet geltende Form in dem von mir untersuchten Gebiete als selbständige Spezies fehlt. Bei gewisser
Stachellänge (etwa 0,3 mm) treten nämlich an diesen A. fuscum ähnlichen Formen (vergl. Taf. I Fig. 14
und 15) Apophysen auf, die bei weiterer Entwickelung rechtwinklig zur ersten gestellte Querfortsätze tragen
und schließlich zu einer Gitterschale zusammentreten wie sie für Phatnaspis charakteristisch ist. Jugend
formen, an denen noch keine Spur von Apophysenbildung wahrzunehmen ist, sind als solche Entwickelungs
stadien von Phatnaspis sofort an den an der äußersten Stachelspitze befindlichen, dütenförmigen kontraktilen
Elementen, die auch der ausgebildeten Phatnaspis zukommen, und an der kleinen, dunklen Zentralkapsel
kenntlich. x ) Die nächstälteren Stadien lassen an einigen oder allen Stacheln kleine, knotige Anschwellungen
erkennen, an denen bei weiterer Entwickelung zarte Apophysen auftreten, die in ihrer Entfernung vom
Skelettzentrum bereits die ellipsoide Gestalt der Gitterschale von Phatnaspis kennzeichnen.
Eine zweite, zu einer Lychnaspis sich entwickelnde Jugendform, die Acanthometron fuscum J. M.
Vortäuschen könnte, besitzt etwas dickere Stacheln als die vorige und ist besonders kenntlich an den distal
eigentümlich wellenförmig gebogenen Stacheln, eine Bildung die bei weiterer Entwickelung des Individuums
immer ausgeprägter wird (vergl. Taf. I Fig. 16 und 17). Auch hier findet sich eine sehr kleine, dunkle
Zentralkapsel, in der sich außerdem auffallend große Kerne befinden. Oft zeigt diese Form auch nach der
Ausbildung von Apophysen noch dicke und sehr dünne Stacheln an einem Exemplare, so daß der äußere
Habitus an A. arachnoide Pop. erinnert, besonders wenn es die vier Äquatorialstacheln sind, welche die
übrigen an Dicke übertreffen. Bei Besprechung von A. arachnoide Pop. findet sich eine eingehendere Be
schreibung dieser Stadien.
Es sei nochmals auf die auffällige Tatsache hingewiesen, daß dieses sonst allgemein in den Tabellen
über Vorkommen von Acanthometren aufgeführte A. fuscum als selbständige Spezies bei Rai um fehlt.
Auch das mit A. fuscum gewöhnlich zugleich aufgeführte A. pellucidum J. M. vermisse ich in meinem
Gebiete, doch konnte ich mich überzeugen, daß Zygacanthidium hemicompressum Car, eine der am
häufigsten von mir angetroffenen Spezies, mehrfach von anderen für A. pellucidum J. M. angesehen wurde.
Z. hemicompressum Car ist die einzige Acanthometre in meinem Gebiete, die hinsichtlich ihres Weich
körpers recht eigentlich die Bezeichnung „pellucidum“ verdient. Näheres siehe unter Z. hemicompressum Car.
Zu Zygacantha compressa H.
Die Gestalt der Stacheln, wie sie Haeckel für seine Z. compressa H. beschreibt, proximal kom
primiert zweischneidig, distal stielrund, ohne basales Blätterkreuz, fand ich an drei verschiedenen Formen,
von denen zwei sicher Entwickelungsstadien von Acanthophracten sind, während die dritte, nur einmal von
mir gefundene als Acanthometron (Zygacantha) compressum H. (fraglich) bestehen bleibt, obwohl sie nicht
ganz genau mit der Haeckel’schen Form, die ich vielmehr als Entwickelungsstadium von Phatnaspis lacu-
naria H. erkannt habe, übereinstimmt.
b Dieselben kontraktilen Düten beobachtete ich an Phatnaspis lacunaria und ihren Entwickelungsstadien, die mit Z. com
pressa H. (siehe S. 77) identisch sind. Die aus der A. fuscum ähnlichen Form hervorgehende Phatnaspis möchte ich nach
Haeckels Abbildung und Beschreibung für Phatnaspis (Haliommatidium) muelleri H. halten. Beobachtungen von Schewiakoff
sprechen allerdings dagegen, denn er gibt als kontraktile Elemente von Phatnaspis muelleri einfache Myoneme an (S. 17 Abs. 1
und 3, S. 18 Abs. 1). — Maße von Phatnaspis muelleri H.: Stacheln lang 0,46 mm; breit 0,0033 mm. Gitterschale lang 0,165 mm;
breit 0,11 mm.

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.