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W. Mielck, Acanthometren von Neu-Pommern.
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Zu diesem selten von mir gefundenen, sehr großen Acanthonidium sind als Jugendstadien apophysen-
lose Formen zu rechnen, welche der Diagnose von A. cuspidatum H. entsprechen (vergl. Taf. 1 Fig. 12),
das mit A. claparedei verglichen im Verhältnis zur Länge breitere Stacheln besitzt. Vielleicht kann bei
noch weiterer Entwickelung eine Verzweigung der Apophysen eintreten, wie bei den von Ha ecke 1 be
schriebenen A. tetrastaurum, diplostaurum, scalaris, Johannis, murrayanum, pinnulatum, so daß man es
hier mit Entwickelungsstufen von Acanthophracten zu tun hat, wie bereits vonPopofsky für die ebenfalls
hierher gehörigen Formen Haeckels Xiphacanta emarginata, Stauracantha orthostaura und Phatnacantha
icosaspis mit Sicherheit nachgewiesen ist. Doch würde dann die Ausbildung einer Gitterschale im vor
liegenden Falle erst sehr spät geschehen, nachdem die Stacheln eine Länge von mindestens 0,45 mm, die
Myoneme eine außerordentlich hohe Anzahl (50 an jedem Stachel) erreicht haben, und die Zentralkapsel
bereits dicht von Kernen erfüllt ist, alles Anzeichen dafür, daß man es hier nicht mehr mit jugendlichen
Stadien zu tun hat. — Entwickelungsformen von A. quadridentatum ohne Apophysen hielt ich anfangs für
A. cuspidatum H., da sie bereits eine beträchtliche Größe besaßen (Stachellänge 0,42 mm), fast dieselbe
wie solche, die schon kleine Apophysen ausgebildet hatten. Nach vergleichender Untersuchung des Weich
körpers stellte sich aber zwischen dem vermeintlichen A. cuspidatum und A. quadridentatum eine so große
Übereinstimmung heraus, daß ich an der Zusammengehörigkeit beider Formen nicht zweifle. Jüngere
apophysenlose Stadien besitzen eine etwas hellere Zentralkapsel und eine geringere Zahl von Myonemen,
eine Erscheinung, die durchweg bei Vergleich jüngerer und älterer Stadien zu konstatieren ist. Dieses
späte Auftreten von Apophysen an bereits kräftig entwickeltem Skelette wird in gleicher Weise an der Form
Zygacantha compressa H., einem Entwickelungsstadium von Phatnaspis lacunaria H., und ähnlichen Spezies
beobachtet. Man unterscheidet nicht allzu jugendliche, apophysenlose cuspidatum-Formen, die sich zu
A. quadridentatum entwickeln werden, von A. claparedei außer durch die gleichmäßig nach der Spitze zu
an Breite abnehmenden Stacheln und die dickeren Flügel derselben durch den umfangreichen Kranz von
zahlreichen Myonemen, die bei A. claparedei zarter sind und dem Stachel enger anliegen.
Die angeführten Maße beziehen sich auf das kleinste und größte von mir gefundene Exemplar mit
Apophysen.
Maße: Stachel lang 0,43—0,45 mm. Abstand von der Basalpyramide bis zu den Apophysen
0,15—0,16 mm. Länge der Apophysen (ohne die Stachelflügel) 0,018—0,026 mm. Stacheln breit 0,017 bis
0,02 mm. Zentralkapsel-Durchm. 0,18—0,26 mm.
Vorkommen: 6. X.
3. Acanthonidium tetrapterum H.
Acanthometra tetraptera H. 60 S. 808.
Amphilonche „ H. 62 S. 391, Taf. XVI Fig. 5, Taf. XVIII Fig. 20.
Synonym: Acanthometra messanensis H. 60 S. 808.
Amphilonche „ H. 62 S. 391, Taf. XVI Fig. 4, Taf. XVIII Fig. 19.
Acanthonidium tetrapterum Pop. 04 S. 100, Taf. VII Fig. 9.
„ „ Pop. 05 S. 60, Fig. 16.
Diagnose: Stacheln vierflügelig mit großem Blätterkreuz, von der breiten Basis gleichmäßig nach
der Spitze zu an Breite abnehmend. Zwei Äquatorialstacheln bis doppelt so lang und breit als die 18
Nebenstacheln. Zentralkapsel länglich, abgeplattet ellipsoid, undurchsichtig. Bis 20 kleine Myoneme.
Die Stacheln dieser Art sind denen der apophysenlosen Entwickelungsstadien von A. quadridentatum
{cuspidatum-Formen) ähnlich, jedoch besitzen hier die ausgewachsenen Exemplare einen bedeutend dickeren
Achsenstab mit kräftigeren Flügeln. Das schiefe Kreuz, welches die Stachelflügel im Querschnitte miteinander
bilden, ist an A. tetrapterum meist deutlich erkennbar. An einem'zufällig genau im Querschnitte sichtbaren
Stachel konnte ich feststellen, daß die beiden spitzen Winkel des schiefen Kreuzes etwa je 45 0 maßen,
gegen je 135 0 der beiden stumpfen Winkel. Die Nebenstacheln kommen an Länge den beiden Haupt
stacheln zuweilen gleich, während sie an Breite meist beträchtlich Zurückbleiben. Jugendstadien von A.
tetrapterum, an denen die Ausbildung zweier Äquatorialstacheln und die Langstreckung der Zentralkapsel
noch nicht besonders hervortritt, sind von jungen cuspidatum-Formen schwer zu unterscheiden.

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