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W. Mielck, Acanthometren von Neu-Pommern.
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Bei einzelnen Formen, welche ich zu A. tetracopa und spinifera rechnen möchte, besteht übrigens
auch eine Neigung zur Bildung von Stacheln, welche als „Hauptstacheln“ die übrigen, ebenfalls voll
ständig ausgebildeten an Länge und Stärke übertreffen, wohlgemerkt, ohne daß es sich dabei um alte
Stacheln und Neubildungen handelt. Ob für diese bevorzugte Ausbildung immer nur Äquatorialstacheln
in Betracht kommen wie bei A. variabilis, ist schwer zu entscheiden, da gerade an Exemplaren, die noch
auf dem Litholophus-Stadium stehen, diese Erscheinung auftrittc Oft erreichen solche übrigens distal auch
nicht in eine Nadelspitze auslaufende „Hauptstacheln“ (es sind meist zwei, selten einer) das acht- bis zehn
fache der Länge der übrigen Stacheln und das doppelte der Breite. Eigentümlicherweise sind in diesen
Fällen meist die großen Stacheln gezähnt (wie A. spinifera Pop.), während die kleinen keine Zähne erkennen
lassen. An den Hauptstacheln von A. variabilis und biformis sind dagegen in keinem Falle Zähnchen
festgestellt worden.
Die Identifizierung der mit Zähnen ausgerüsteten, zu Acanthonia gehörigen Spezies machte anfangs
recht erhebliche Schwierigkeiten, besonders weil sich ganz ausschließlich solche Exemplare fanden, bei denen
nur zwei der vier Stachelflügel Zähnchen trugen. Von dem Vorkommen solcher nur zweiseitig gezähnter
Stacheln ist erst in der Arbeit Popofskys von 1905 die Rede und zwar nur bei der neuen Spezies
A. spinifera Pop. Die Richtung der Zähnchen, welche für die Bestimmung der Art von Wichtigkeit ist,
wurde von demselben Autor 1904 nur für A. biformis und 1906 für Zygacantha dentata H. (jetzt Acanthometron
dentatum) als Merkmal angeführt. Popofsky erkannte erst in seinen 1905 erschienenen Mitteilungen die
Beschränkung der Zähnchen auf zwei Flügel und zwar an einer Form, die er vorher als A. fragilis
H. beschrieben und abgebildet hatte (1904 S. 86, Taf. III Fig. 8). Daraufhin stellte er die neue Spezies
A. spinifera auf. Haeckel zeichnet 1862 in dem Habitusbild seiner A. fragilis (Taf. XV Fig. 4) und seines
Litholophus rhipidium (Taf. XIX Fig. 6) nur 2 Stachelflügel gezähnt, während er allerdings Taf. XVIII die
einzelnen Stacheln von A. fragilis mit vier gezähnten Flügeln abbildet. Das Gleiche gilt von seiner
A. muelleri (Taf. XV Fig. 3, Taf. XVIII Fig. 6) und seiner Amphilonche denticulata (Taf. VI Fig. 2, Taf. XVIII
Fig. 17). In den mir von Herrn Prof. Brandt zur Verfügung gestellten Aufzeichnungen über mediterrane
Acanthometren fand ich bei allen in Frage kommenden, genau ausgeführten Zeichnungen übereinstimmend
mit meinen Beobachtungen stets nur 2 Stachelflügel gezähnt gezeichnet. Dies muß mich in der Vermutung
bestärken, daß Haeckel und Popofsky die Beschränkung der Zähnchen auf zwei Flügel bei den oben
angeführten Spezies übersehen oder für unwichtig gehalten haben.
Vielleicht besteht aus demselben Grunde auch zwischen A. muelleri H. und Zygacantha dentata
H. (jetzt Acanthometron dentatum) kein Unterschied, so daß dadurch das gänzliche Fehlen von A. muelleri
H. in meinem Gebiete erklärt würde, wo Acanthometron dentatum H. eine der häufigsten Formen ist.
Brandt zeichnet an Stacheln von Acanthonia muelleri nur zwei gezähnte Kanten, in derselben Weise, wie
ich stets die Stacheln von Acanthometron dentatum H. beschaffen sah. Die Diagnose, welche Haeckel
für A. muelleri gibt, stimmt auch auf Formen von Acanthometron dentatum, deren Stacheln eine weniger
starke Kompression zeigen, abgesehen davon, daß statt 4 nur 2 Kanten Zähne tragen. Diese Beschränkung
der Zähnchen auf 2 Kanten wird er hier wie in allen anderen Fällen (s. oben) außer Acht gelassen haben.
Ebenso hat vielleicht Popofsky in A. muelleri und A. dentatum dieselbe Form Vorgelegen. Denn auch
er kannte in seiner Arbeit von 1904 nur vierreihig gezähnte Stacheln und kann in diesem Falle denselben
Irrtum begangen haben wie wohl bei Acanthonia fragilis und spinifera. Popofsky gibt 1904 für das
zentrale Ende der Stacheln von A. muelleri herzförmige Basis an, Haeckel dagegen bei seiner Aufstellung
dieser Spezies (1862) eine pyramidale. Das zentrale Stachelende von A. dentatum ist pyramidal, erhält
aber meist ein herzförmiges Aussehen, wohl infolge sekundärer Akanthinablagerung um die Stachelbasen.
Popofsky zeichnet (1904, Taf. VIII Fig. 1 a—c) eine A. muelleri mjt etwas hervortretenden Stachelkanten,
von denen 2 gegenständige breiter sind als die beiden anderen. Dieses in der Zeichnung zum Ausdruck
gebrachte Vorhandensein einer breiten und einer schmalen Seite des Stachels würde zu A. dentatum stimmen.
Wenn man die Zeichnungen Popofskys 1903 Taf. VIII Fig. la von A. muelleri mit der neuerdings 1906
Taf. 14 Fig. 24 von A. dentatum gegebenen vergleicht, fällt sofort die große Ähnlichkeit beider auf. Die
von Popofsky angeblich beobachteten Litholophus-Stadien von A. muelleri würden allerdings der Ver
mutung, daß A. muelleri und A. dentatum identisch seien, widersprechen. Von der in meinem Gebiete

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