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W. MieIck, Acanthometren von Neu-Pommern.
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gegabelte Stacheln zur Beobachtung gelangten, sehr gut konserviert waren, ist es nicht ausgeschlossen,
daß die zarte, die beiden Gabelzinken wohl ursprünglich verbindende Skelettmasse als jüngstes und daher
am wenigsten widerstandsfähiges Stachelprodukt bereits in dem zwischen der Aufnahme des Individuums
in das Netz (welche oft schon den Tod des zarten Organismus zur Folge haben wird) und der Übertragung
in den Alkohol gelegenen Zeitraum sich aufgelöst hat. (Man vergleiche dazu die ähnlichen Verhältnisse,
welche Popofsky 1906 S. 375 für die Apophysen der Lithopteriden schildert). Anfangs schienen mir
diese Spaltungen der Stacheln Anzeichen dafür zu sein, daß der Litholophus seine Stachelzahl durch Längs
spaltung einzelner Stacheln ergänze, deren Teile wieder zu vierflügeligen regeneriert würden. Diese Ansicht
gab ich auf, weil niemals eine Spaltung an einem ausgebildeten, vierflügeligen Stachel, sondern ausschließ
lich an Lamellenstacheln wahrgenommen wurde.
Ich habe über 80 Litholophus-Stadien auf ihre Stachelzahl und auf den von den beiden äußersten
Stacheln gebildeten Winkel genau untersucht, um festzustellen, ob es ein Stadium von konstanter Stachel
zahl und konstanter Winkelgröße gäbe. Das Resultat war ein negatives. Bei der Winkelmessung kamen
natürlich nur solche Exemplare in Betracht, die nach ihrer Lage im Präparate eine genaue Messung zuließen.
Bezüglich der Stachelzahl stellte sich heraus, daß von 10—20 Stacheln alle Zahlen vertreten waren.
Von 80 daraufhin genau untersuchten Litholophi besaßen
10
Stacheln
2 Exemplare,
16
Stacheln
15 Exemplare,
11
»
2
» y
17
yy
13
yy y
12
»
3
n y
18
yy
13
yy y
13
6
» y
19
yy
7
yy y
14
n
6
n y
20
yy
7
»
15
yy
6
yy y
Der kleinste von mir gemessene Winkel eines Litholophus betrug 14°, ein Exemplar von A. tetracopa
J. M. mit 12 Stacheln. Wenn auch die meisten Stadien mit größerer Stachelzahl zugleich höhere Winkel
größe besitzen, so beobachtet man trotzdem sehr spitzwinklige Formen mit 19 und sogar 20 Stacheln oder
umgekehrt solche, die bereits eine fast völlig kugelige Zentralkapsel aufweisen, mit 15 oder noch weniger
Stacheln.
Nicht selten kommen Litholophi mit 19 oder 20 Stacheln vor, bei denen je 9 oder 10 Stacheln in
zwei ganz getrennte Büschel gruppiert sind, wobei auch das Plasma in manchen Fällen eine den Büscheln
entsprechende Verteilung erkennen läßt. Diese Stadien traf ich viel häufiger an als solche, die bei kugeliger
Zentralkapsel ihre Stacheln in zwei Büschel gesondert hatten, so daß, wenn überhaupt die Litholophus-Stadien
als Teilungsprodukte anzusehen sind, auch die Annahme Berechtigung hat, daß nicht erst ein vollständiges
Individuum mit kugeliger Zentralkapsel und der Stachelanordnung nach dem Müller’schen Gesetze erreicht
zu sein braucht, ehe ein weiterer Teilungsakt vor sich geht.
Gegen eine Teilung in mehr als zwei Teilstücke spricht der Umstand, daß Litholophus-Stadien von
weniger als 10 Stacheln fast ganz vermißt werden. Nur 2 solche Büschel mit unversehrtem Weichkörper,
ein siebenstachliger und ein neunstachliger, gelangten zur Beobachtung. Vielleicht sind diese als Produkte
der oben angenommenen verfrühten Teilung eines Litholophus zu deuten, der noch nicht die vollständige
Zahl von 20 Stacheln erreicht hat.
Die beiden in der Reihenfolge zuerst aufgeführten Spezies von Acanthonia, A. tetracopa J. M. und
A. spinifera Pop., sind sehr nahe verwandte Formen. Die Beschaffenheit des zentralen Stachelendes, das
Fehlen der distalen Zuspitzung der Stacheln und die Zartheit der Flügel derselben an dem oft kaum erkenn
baren Achsenstabe ist beiden gemeinsam, und diese Merkmale trennen sie von Acanthonia praeacuta n. spec.
und serrata n. spec. Bei den beiden letzten Formen sind die Stacheln durchweg distal zugespitzt und
besitzen kräftige Flügel an einem starken, in der distalen Hälfte häufig verdickten Achsenstabe. Die früher
zu den Amphilonchen gerechneten Acanthonia variabilis Pop. und biformis Pop. nehmen in der Stachel
ausbildung eine Mittelstellung zwischen A. tetracopa und spinifera einerseits und A. praeacuta und serrata
andererseits ein, indem die Hauptstacheln nach dem letzten Typ, die Nebenstacheln nach dem ersten
gebaut sind.

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