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W. MieIck, Acanthometren von Neu-Pommern.
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einer Stelle zerplatzt sind und nur noch Reste des intrakapsularen Stachelgerüstes erkennen lassen. Den
Beginn solcher Kapselbildung glaube ich bei einem Amphilonchidium mirum Pop. gefunden zu haben,
dessen Zentralkapsel, von kleinen, rundlichen Körperchen dicht erfüllt, eine sehr dicke Membran zeigte.
Die Stacheln waren außerhalb der Kapsel in der bekannten Weise in Auflösung übergegangen, so daß man
in Anbetracht des sonst vorzüglich konservierten Fanges auf eine bereits als selbständiges Individuum
abgestorben in das Netz gelangte Acanthometre schließen muß. Ein solches oder ähnliches Stadium mag
vielleicht Joh. Müller Vorgelegen haben, als er in einem Acanthometren-Körper „ein Gewimmel von kleinen
Wesen wie Infusorien“ beobachtete.
Die in den meisten Fällen ellipsoide bis walzenförmige etwas abgeplattete Gestalt kommt auch den
Kapseln solcher Acanthometren zu, deren Zentralkapsel im Leben durchaus keine Langstreckung zeigt
(Acanthochiasma und Acanthonia). Die Kapseln besitzen eine Länge von 0,12—0,25 mm und eine Breite
von 0,045 bis 0,084 mm. Myoneme sind an den Kapseln mit Sicherheit niemals erkannt worden. Die
beiden Stacheln, welche in der Längsachse der ellipsoiden Kapsel liegen, ragen gewöhnlich noch frei
hervor, während die übrigen nur bis an die starre Schale reichen. Um die beiden hervorragenden Stacheln
sind die Spitzen der Kapsel zuweilen kurz röhrenförmig ausgezogen. Außer den Durchtrittslöchern der
Stacheln scheinen die Kapseln keine größeren Öffnungen zu besitzen, abgesehen von zahlreichen, scheinbar
ohne Regelmäßigkeit allseitig verteilten, allerfeinsten Poren, wohl die Poren der ursprünglichen Kapsel
membran, welche den Pseudopodien den Durchtritt gewährten. Die Schale der Kapseln ist spröde und
wenig elastisch; zerdrückt man sie, so zerspringt sie in unregelmäßige Scherben. An der Innenseite der
Schalen leerer Kapseln beobachtete ich zuweilen kleine, rundliche Körper, über deren Natur ich nicht zur
Klarheit gelangte (Zooxanthellen?).
Längliche Kapseln wurden aufgefunden von Amphilonchidium mirum Pop., Acanthonia tetracopa H.,
Acanthonia spec. und Acanthochiasma cruciatum H. und decacanthum Pop. (Taf. IV Fig. 6). In einer wohl
von Acanthochiasma cruciatum H. herrührenden Kapsel war der zentrale Stachelzusammenhang gelöst, und
die einzelnen Diametralstacheln befanden sich lose innerhalb der Kapsel, parallel zur Längsachse derselben
nebeneinander liegend.
Seltener fanden sich kugelige Kapseln von 0,07—0,08 mm Durchmesser mit gleichfalls spröder
Schale. Poren waren in der Schale dieser kugeligen Kapseln nicht zu erkennen. In einem Falle gelangte
von einem Acanthochiasma eine längliche Kapsel zur Beobachtung, die den vier Hälften der beiden Haupt
stacheln entsprechend in vier Zipfel ausgezogen war. Sie erinnerte außerordentlich an Haeckels Ab
bildung von seinem Acanthometron rhomboide (Challenger-Radiolaria PL 131 Fig. 6). Vielleicht hat Haeckel
hier ein ähnliches Stadium Vorgelegen. Jedoch fehlten der von mir beobachteten Kapsel die kleinen
Plättchen, mit denen Haeckel die Oberfläche des rhombischen Calymma bedeckt zu sein schien.
Von Acanthochiasma planum Pop. (?) fanden sich zwei Exemplare, deren Diametralstacheln wie
zwei schmale Büschel vom Mittelpunkte einer ovalen Kapsel ausstrahlten (Taf. IV Fig. 7). Die Oberfläche der
letzteren war bedeckt mit dicht aneinander liegenden, lanzettlichen Plättchen von 0,004 mm Länge. Vielleicht
können diese mit den von Haeckel auf Acanthometron rhomboide beobachteten in Verbindung gebracht
werden. In den beiden 0,055 mm in der Breite und 0,085 mm in der Länge messenden Kapseln befanden
sich bis 12 verschieden große, gelbliche Körper (Zoocanthellen?). Im übrigen waren die Kapseln leer.
Die Fähigkeit gewisser Acanthometren, sich durch Teilung fortzupflanzen, wurde zuerst durch
Popofsky bekannt in seiner Erklärung der Litholophus-Stadien 1 ), die er für Produkte der Teilung
hält. Obwohl es mir nicht gelungen ist, durch Auffindung irgendwelcher Stadien, aus denen die Teilung
eines Individuum mit unbedingter Sicherheit gefolgert werden kann, einen unwiderlegbaren Beweis zu
erbringen, daß die Litholophus-Stadien in der Tat Produkte der Teilung sind, glaube ich mich dennoch
der Ansicht Popofskys anschließen zu müssen. Das Vorkommen äußerst zarter Stacheln (vgk S. 66) neben
normal ausgebildeten spricht jedenfalls nicht unerheblich für Neubildung von Stacheln, wodurch der
Litholophus sich nach der Teilung zum vollständigen, zwanzigstachligen Organismus ergänzt.
Unter den Acanthometren mit Radialstacheln scheint die Bildung von Litholophus-Stadien aus
schließlich im Genus Acanthonia vorzukommen. Popofsky glaubte sie außerdem sowohl Spezies mit
!) Vgl. S. 66 ff.

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