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W. Mielck, Acanthometren von Neu-Pommern.
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im allgemeinen unkenntlich wird infolge der Gestaltsveränderungen, die der Stachel mit Rücksicht auf die
Anpassung an verschiedene Lebensbedingungen erfahren muß, und nur zuweilen in allen sekundären
Stachelformen wieder deutlich zutage tritt. Solche Fälle pflegen besonders häufig bei Bildung außer
ordentlich großer Stacheln einzutreten, wobei vielleicht nicht mehr genügend Acanthinmasse ausgeschieden
werden kann, um die Kanten des Stachels abzurunden.
Aus der einfachen Stachelform mit gleichseitig polygonalem Querschnitte entstehen durch Kom
pression von zwei entgegengesetzten Seiten her die bei den Acanthometren weit verbreiteten komprimierten
Stacheln 1 ) (Fig. 7). Bei den komprimierten Stacheln schwinden meistens die schmalen fünften
und sechsten Flächen (wohl oft fälschlich als „Mittelrippen“ gedeutet), die auf den breiten
Seiten des Stachels gelegen sind, so daß zwei auf einer Breitseite des Stachels liegende
Kanten in eine zusammenfallen und dieser die ungemein häufig auftretende vierkantig kom
primierte Gestalt (mit rhombischem Querschnitt) bekommt. Schwindet auch diese letzte Kante
von jeder Breitseite, so erhält der Stachel den bekannten lanzettlichen Querschnitt (Fig. 7).
Der vierflügelige Stachel der Acanthonidien und Amphilonchiden (auch von Acan-
thoniaP) ist aus der Grundform, dem Prisma mit fünf resp. sechs gleichen Seitenflächen, in
ähnlicher Weise wie die Blätter des Blätterkreuzes aus den Basalpyramiden entstanden, indem
aus vier der Flächen ein Flügel hervorwächst und zwar stets aus denselben, die an der
pyramidalen Basis das Blätterkreuz entstehen lassen, so daß dann Flügel und Blatt ein
zusammenhängendes Stück bilden. Wegen der Fünfseitigkeit resp. Sechsseitigkeit des Stachels bilden die
aus vier der Seitenflächen senkrecht hervorgewachsenen Flügel nicht ein genau „rechtwinkliges“ Kreuz
untereinander, wie Haeckel es beschreibt. Das schiefe Kreuz pflegt
um so deutlicher erkennbar zu sein, je dicker der Achsenstab, der eigent
liche Stachel, ist (Fig. 8).
Die sekundäre Gestalt des Stachelquerschnittes, ob komprimiert
oder nicht kompromiert, ob kantig oder nicht kantig, ist durchaus nicht
konstant, sondern variiert innerhalb eines Formenkreises und selbst an
einzelnen Individuen. Zwischen glatten und mit Flügeln ausgerüsteten
Stacheln jedoch konnten innerhalb der eine Gruppe bildenden Acantho- Fig- 8. Lage der Blätter eines Blätter
metren mit Radialstacheln und kugeliger Zentralkapsel Übergänge nicht kreuzes und der Flugei eines vierfluge-
konstatiert werden; es wird sich um Mißbildung handeln, wenn normaler- ''g en Stachels zueinander bei Ansicht auf
. ’ . ° die Spitze der Basalpyramide
weise glatte Stacheln gelegentlich vierflüglig werden können. (schematisch)
Fig. 7.
IV. Mißbildungen.
Mißbildungen zeigt das Acanthometrenskelett recht häufig. In zahlreichen Fällen scheint der Urheber
derselben der bekannte Parasit der Acanthometren (Amoebophrya acanthometrae Koppen) zu sein. Besonders
in der Familie der Amphilonchiden, bei denen derselbe an der proximalen Hälfte eines Hauptstachels seinen
Platz einzunehmen pflegt, scheint sein Auftreten vielfach Unregelmäßigkeiten im Stachelbau zur Folge zu
haben. Die dem Parasiten zunächst liegenden Tropen- und Polstacheln erfahren dabei eine außerordentliche
Zunahme an Länge und Dicke. In einigen Fällen zeigte an infizierten Exemplaren von Amphilonchidium
mirum Pop. der dem Parasiten zunächst liegende Tropenstachel eine ähnliche Flügelbildung wie der Haupt
stachel. Die entsprechenden Stacheln der nicht infizierten Skeletthälfte bleiben dabei in der Entwickelung
beträchtlich zurück. Auch in Fällen, wo es nicht der Parasit ist, welcher Anlaß zu unregelmäßigen Bil
dungen gibt, pflegt die abnorm starke Entwickelung einzelner Stacheln auf Kosten anderer zu geschehen,
die dann rudimentär erscheinen.
b Ln allgemeinen ist die Abplattung derselben in der Weise geschehen, daß bei Ansicht auf einen Pol die Äquatorial- und
Tropenstacheln ihre Breitseite dem Beschauer zukehren, die Polstacheln ihre Schmalseite. Nicht selten aber stehen von den vier
Polstacheln eines Polkreises zwei gegenüberliegende breit, die beiden anderen schmal.

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