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W. Mielck, Acanthometren von Neu-Pommern.
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mide unterscheiden kann. Außerdem treten diese einfach verlängerten Seiten der Pyramiden nur selten
(Cruciforma crux Cleve, Fig. 5 c) stark blattartig hervor. Doch mögen auch diese Bildungen der Einfachheit
des Ausdruckes halber „Blätter“ genannt werden.
Unter den Amphilonchiden, die einen Blätterbau besitzen, kann man zwischen zwei Typen unter
scheiden, von denen der eine an zwei (Amphilonchidium), der andere an vier Hauptstacheln ein Blätterkreuz
besitzt. (Cruciforma.)
An der Blattbildung im Genus Amphilonchidium (Fig. 6) beteiligen
sich überhaupt nicht die Polpyramiden der Längsachse und die Pyramiden
der beiden Lateralstacheln (Äquatorialstacheln der kürzeren Achse). Über
einstimmend mit dem „vierflügeligen“ Blätterkreuz ist das beider Haupt
stacheln gebaut, deren vier Tropenflächen zu Blättern auswachsen, welche
in die hier stets vorhandenen Flügel des Stachels übergehen. Die Tropen
pyramiden verlängern zu Blättern eine den Hauptstacheln entsprechende
Äquatorialfläche und eine Polfläche für den Polstachel der kürzeren Achse.
(Das Äquatorialblatt ist dabei stets länger als das Polblatt.) Entsprechend
sind bei den Polstacheln der kürzeren Achse die beiden Tropenflächen stark
verlängert, ohne jedoch deutlich blattartig vorzutreten. 1 )
Im Genus Cruciforma sind alle vier Äquatorialstacheln in derselben
Weise ausgebildet wie die beiden Hauptstacheln der Amphilonchidien,
wodurch beide Äquatorialflächen jeder Tropenpyramide eine sehr stark
blattartig vorspringende Verlängerung erfahren. Dagegen nimmt hier keine
der Polpyramiden an der Blattbildung teil.
Blattverbindungen bestehen also im Genus Amphilonchidium zwischen
Polstacheln der kürzeren Achse und Tropenstacheln und zwischen Tropen
stacheln und den beiden Hauptstacheln, während bei Cruciforma Tropenstacheln und alle vier Äquatorial
stacheln durch Blätter verbunden sind, die Polstacheln aber überhaupt keine Blattbildung zeigen.
Vielleicht besitzt die von mir nicht beobachtete Cruciforma henseni Pop. eine den Amphilonchidien
ähnliche Blattbildung an den Polstacheln (vergl. Cruciforma crux).
Eine die Festigkeit des Skelettes erhöhende, eigentümliche Verbindung zwischen Haupt- und Tropen
stacheln, wie sie Popofsky 1904 für Amphilonchidium quadrialatum Pop. und Amphilonchidium mirum
Pop. beschreibt, die darin bestehen soll, daß die Hauptstachelblätter in eine in der Stirnfläche des ent
sprechenden Blattes des Tropenstachels befindliche „Rille“ eingreift, habe ich niemals beobachten können.
Der „Zahn“ des Tropenstachels, den Popofsky hier außerdem beschreibt, wird wohl identisch sein mit
der blattartigen Verlängerung der Pyramidenseite, welche die Verbindung mit dem Polstachel der kürzeren
Achse herstellt.
Fig. 6. Schema eines Blätterbaues
von Amphilonchidium in das Netz der
Basalpyramiden eingetragen.
Polansicht.
4. Zentrale Stachelverbindung von Acanthochiasma.
Für Haeckels Vermutung, daß die Diametralstacheln der Acanthochiasmen durch Verwachsen von
je zwei in einem Durchmesser der Zentralkapsel liegenden Radialstacheln entstehen, konnte Popofsky
(1906a S. 4) bereits Beweise erbringen, die auch ich vollkommen bestätigt finde.
Eine Einbiegung in der Mitte des Diametralstachels an der Stelle, wo die Verwachsung aus zwei
Radialstacheln erfolgt ist, wie sie Popofsky 1904 für Acanthochiasma cruciatum H. und decacanthum
Pop. beschreibt und 1906 Tafel 14 Fig. 5, 6 für A. fusiforme H. abbildet, ließ sich gelegentlich bei den
meisten Spezies mit freien Diametralstacheln erkennen, und zwar scheint die konvexe Seite dieser Ein
biegung stets nach außen gerichtet zu sein wie bei A. cruciatum H. und decacanthum Pop. Neben dem von
Popofsky (1904 S. 20) hervorgehobenen Nutzen, den solche Ausbuchtung der Stacheln für die zentrale
0 Diese beiden verlängerten Tropenflächen der Polstacheln, welche auf den Äquatorialstacheln der kürzeren Achse stehen,
sind außerdem stets sehr schmal, so daß man bei oberflächlicher Beobachtung leicht zu der irrigen Ansicht gelangt, als bestände
zwischen zwei entgegengesetzt gerichteten Tropenstacheln derselben Zone eine unmittelbare Verbindung.
Wissensch. Meeresuntersuchungen. K. Kommission Abteilung Kiel. Bd. 10.
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