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W. Mielck, Acanthometren von Neu-Pommern.
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dicht über den Pyramiden abgeschnitten denkt, ein Ikosaeder bilden (Fig. 2)
und zwar folgendermaßen:
Zwei sechsseitige Polpyramiden (Pi) sind mit einer ihrer drei
eckigen Seitenflächen aneinander gelagert. Zu diesen treten zwei fünfseitige
Polpyramiden (P2), welche, mit zwei nebeneinander liegenden Seitenflächen
je eine der beiden anderen Polpyramiden berührend, sich zwischen diese
einkeilen. An die freien Lücken zwischen den vier Polpyramiden schließen
sich vier fünfseitige Tropenpyramiden (T), indem jede mit zwei aufeinander
folgenden Seitenflächen zwei nebeneinander liegende Polpyramiden berührt.
In die von einer Polpyramide und zwei anliegenden Tropenpyramiden
begrenzten dreiseitigen Lücken treten die sechsseitigen Äquatorialpyramiden
(Ae). Die noch freie Fläche der Tropenpyramiden berührt die entsprechende
Fläche der Tropenpyramiden der andern Hemisphäre. Letztere zeigt genau
denselben Bau.
Zuweilen wird die sechste Seite, mit der die beiden sechsseitigen
Polpyramiden aneinander liegen, undeutlich oder scheint ganz zu schwinden, so daß alle vier Polpyramiden
fünfseitig sind und alle vier eine Kante gemeinsam haben. Diesen Fall konnte ich nur sehr selten beob
achten. Haeckel gibt ihn für die Dorataspida als den gewöhnlichen an. (Siehe S. 45). Meist waren
die sechsten Flächen nur stark verschmälert, selten schienen sie ganz zu fehlen. Im ersten Falle durch
schneidet eine die Pole verbindende gerade Linie als Mittelsenkrechte die beiden aneinander liegenden
dreieckigen Seitenflächen der sechsseitigen Polpyramiden, im zweiten wird sie von der gemeinsamen
Kante der vier Polpyramiden gebildet.
Die fünf resp. sechs Flächen jeder Pyramide wird man am besten nach den Stacheln benennen,
welche sie berühren. So besitzt also jeder sechsseitige Pol Stachel drei, jeder fünfseitige zwei Polflächen
und außerdem zwei Tropenflächen und eine Äquatorialfläche, jeder Tropenstachel zwei Polflächen, zwei
Äquatorialflächen und eine Tropenfläche, jeder Äquatorialstachel zwei Polflächen und vier Tropenflächen.
Die Auffassung, daß die Stachelpyramiden (dasselbe gilt von den Blätterkreuzen) nur lose aneinander
gelagert seien, ist wohl unrichtig, denn sie scheinen durch eine Art Bindemittel gewissermaßen miteinander
verklebt zu sein, so daß ihr Zusammenhang nicht ohne weiteres zu sprengen ist. Man könnte sonst das
Vorkommen von vollständigen Skeletten ohne alle Weichkörperreste nicht erklären, welche ohne eine
bindende Substanz schnell in die einzelnen Stacheln zerfallen würden. In der Tat aber widersteht deren
Verbindung auch stärkerem Druck, und selbst zwei einzelne Pyramiden hängen zuweilen so fest zusammen,
daß dieselben beim Versuch, durch Druck ihren Zusammenhang zu trennen, nicht auseinander weichen,
sondern die Stachelschäfte über ihnen abbrechen. Die Bindesubstanz wird durch Schwefelsäure schnell
gelöst, während die Pyramiden selbst darin noch lange unverändert bleiben.
Eine wirksamere Verstärkung der Festigkeit von einfach pyramidalen Stachelverbindungen wird
erreicht durch die bekannte sekundäre Ablagerung von Skelettmasse über den Stachelbasen, so daß die
Stacheln alle von einer soliden, zentralen Kugel auszustrahlen scheinen. Sucht man derart untereinander
befestigte Stacheln durch Pressen mit dem Deckgläschen zu trennen, so brechen sie dicht über der Zentral
kugel ab, diese selbst aber zerspringt bei verstärktem Drucke in einzelne unregelmäßige Stücke. Bei An
wendung von Schwefelsäure jedoch gelingt es nicht selten, die einzelnen Stacheln voneinander freizulegen,
und man erkennt meist deutlich die 5- oder ßseitige Pyramide, die an ihrer Basis, wo sie in den Stachel
schaft übergeht, von einer unregelmäßigen Skelettmasse umgeben ist^ Eine Verschmelzung zu einem völlig
homogenen Acanthin-Stück scheint also hier nicht vorzuliegen. Diese Verstärkung des Stachelzusammen
hanges durch Ablagerung von Skelettmasse am Grunde des Stachelschaftes über den pyramidalen Basen
kommt mit Ausnahme von sehr dünnstachligen Spezies wie Acanthometron arachnoide Pop. allen Acan
thometren ohne Blätterkreuz in mehr oder weniger hohem Maße zu, während ich sie vermißte bei vielen
Acanthophracten und deren Entwickelungsstadien, bei denen das Skelett eine erhöhte Festigkeit des Zu
sammenhanges erst durch die Bildung der Gitterschale erhält.
Fig. 2. Schema für die Zusammen
setzung des zentralen, aus den 20
Basalpyramiden der Stacheln gebil
deten Skeletstückes.

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