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Im menschlichen Organismus wird er in der Lunge und
Leber in Salicylsäure übergeführt 1 ). Als eigentümliche
physiologische Wirkung will Modi ca 2 ) gefunden haben,
daß er bei Tieren Paralyse erzeugt. Seine wässerige Lösung
wird von Eisenchlorid intensiv violett, von Alkalien gelb
gefärbt. Die Verbindungen mit Alkalibisulfiten sind schwer
löslich und daher sehr geeignet zur Reindarstellung des
Salicylaldehyds. F eh 1 i n g sehe Lösung wird nicht reduziert 3 )
Infolge seines Doppelcharakters als Phenol und Aldehyd
ist er zu zahlreichen, auf Kondensation beruhenden Syn
thesen verwendbar, z. B. zur Überführung in Cumarin und
dessen Derivate.
Interessant ist die außerordentlich große Normalität
im kryoskopischen Verhalten des Salicylaldehyds, über das
A u w e r s 4 ) näheren Aufschluß gegeben hat. Bekanntlich
zeigen hydroxylhaltige 'Verbindungen in Benzol und ana
logen Lösungsmitteln im Allgemeinen ein anormales kryos
kopisches Verhalten, indem die aus den Gefrierpunktser
niedrigungen berechneten Werte für das Molekulargewicht
rasch steigen. Bei der graphischen Darstellung der Bezie
hungen zwischen Concentrationen und den zugehörigen
Molekulargewichtswerten resultiert also im allgemeinen eine
Kurve, die mit zunehmender Concentration langsam ansteigt,
und die bei Säuren und Oximen charakteristische Krüm
mungen zeigt, bei Alkoholen gradlinig verläuft Im Gegen
satz dazu bildet die Kurve eines Körpers, der sich kiyos-
kopisch normal verhält, eine ganz oder nahezu horizontal
verlaufende grade Linie.
Diese Normalität zeigt der Salicylaldehyd in hohem
Maße, und die Untersuchungen von Auwers und seinen
‘) 0. Schmiedeberg, Jahresbericht ü d. Fortschr. d. Chemie 1881,
S. 2034.
a ) Modica, Chem. Zentralblatt 1897 11. S. 500.
s ) Tollens, Berichte Band 14, S. 1950.
4 ) Auwers, Zeitschrift für physik. Chemie 12, S. 589 (1893); 18
S. 595, (1896), Auwers, Berichte d. deutsch. Chem. Ges, 28 S. 2878
(1896).

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