Full text: Formelhafte Ausdrücke in Wolframs Parzival

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97, 23 (vgl. Martin zu der stelle), oder die pfile und auch die 
steine, unter denen Gawan zu leiden bat, 569, 20. Weitaus die 
meisten belege erweisen sich jedoch als formelhafte zusammen- 
rtickungen. Auch hier interessiert uns wieder das Verhältnis zur 
älteren Dichtung, wo — sowohl im geistlichen und volksepos als 
auch im älteren höfischen epos — zweigliedrige formein häufig 
begegnen. Außer (von Kraus und Kinzel in den anmerkungen) 
gelegentlich gegebenen Zusammenstellungen liegen Sammlungen 
vor von Kossmann, 65 f. u. 67, Pirig, 45, Baumgarten, 67 ff., 
Wiegand, 50 ff., Radke, 21 ff., Bethmann, 133 ff., Schütze, 17 ff., 
Behaghel, CXXJI, Roetteken, 104 ff. 
Bei Wolfram finden sich sowohl zwei- als auch drei- 
und mehrgliedrige formein, die letzteren allerdings sehr in 
der minderzahl. 1 ) Einen besonders altertümlichen eindruck machen 
die paarbegriffe, deren glieder durch allitteration gebunden 
sind. In den folgenden Zusammenstellungen stehen sie immer 
an der spitze jedes abschnitts. Das logische Verhältnis der glieder 
zu einander ist sehr verschieden; aus dem material des Parz. 
lassen sich mehrere gruppen herstellen. 2 ) 
I. Ein teil der Verbindungen, namentlich von abstrakten, 
ist veranlaßt durch das bestreben nach einem vollständigen 
ausdruck des gedankens, dessen bedeutungsinhalt das 
einzelwort nicht völlig zu erschöpfen schien, so daß man einen 
zweiten verwandten begriff hinzufügte 3 ), der den ersten ausdruck 
nach irgend einer richtüng hin ergänzte. Diese Verbindungen 
entsprechen dem stilistischen grundgesetz der altgermanischen 
dichtung, der Variation. Wolfram zeigt sich bei dieser art 
der paarbegriffe ziemlich selbständig gegenüber der älteren epik. 
a. Allitterierende; 
Pfenninge oderpfant 142, 29 ; kunst unde kraft 25, 12 ; 265, 7 ; ir site und 
ir sin 403, 29; iwer scherm und isver schi/t 371, 2. Nur das paar sagte oder sunge 
*) Siehe die Sammlung unten. 
’) Auf eine anordnung nach der art der Verbindung ( und-, -oder-, 
-und ouch-, -noch-) ist verzichtet, um dasselbe begriffspaar nicht an verschiedenen 
stellen anführen zu müssen. 
8 ) vgl. Behaghel En. CXXII, J. Grimm R. A, 14.
	        
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