Y. Formeln, in denen der dichter hervortritt.
Man darf wohl behaupten, daß Wolframs Parz. ein durchaus
persönliches werk ist. Weit entfernt von ruhiger epischer
Objektivität 1 ), bringt der dichter, wo es nur immer möglich ist,
seine subjektiven anschauungen zur geltung s ) und hat sein werk
so mit seinem innersten leben, seiner Persönlichkeit erfüllt. Die
eigenart seiner diktion, die »etswa so krumbe« rede beruht nicht
zum wenigsten auf dieser persönlichen note, die er der erzählung
zu geben weiß. Sehr cum ira et Studio schreibt er die geschichte
seines helden, er steht nicht über der erzählung, sondern lebt
und webt mitten unter seinen gestalten 3 ). Der dichter empfindet
lebhafte teilnahme für seine personen 4 ), er scheut sich, ihr Schicksal
unglücklich ausfallen lassen 5 ), und knüpft sogar in ihrem interesse
vertrauliche Unterhaltungen mit fron mit/ne 6 ), fron äventiure 7 ) und
kenn minnen druc 8 ) an. Zu Segenswünschen 9 ), aber auch zum
fluch 10 ) ist er leicht bereit. Dazu flicht Wolfram, ganz abgesehen
von größeren selbständigen betrachtungen 11 ), zahlreiche bemerkungen
über seine eigene person und über sein leben und treiben 12 ) in
seine dichtung ein. Die personen seiner bekanntschaft müssen
») vgl. Martin s. I.XXIII.
2 ) Ich erinnere z. b. an das urteil über Sigune und Laudine 253, 10 ff.
8 ) vgl. zb. die bemerkung über den Artushof 216, 26 ff. oder die
schelmische stelle bei der ankunft der Condwirainurs auf der gralsburg 807, 4 ff.
4 ) beweise dafür bilden die mitleidigen äußerungen über Belacane,
Sigune, Anfortas.
5 ) So beim'’ abschied Parzivals von Kondwiramurs 223, 8 ff. oder vor
Gawans abenteuer in Askalun 399, 1 ff., 401, 26 ff., 403, 10 f.
«) 291,1 fr., 585,5 ff
’) 433> 1 ff-
8 ) 533» » ff-
9 ) z. b. bei Parzivals abschied von der mutter 129, 2 ff
,0 ) z. b. Uber Vergulaht 414, 4.
**) Wie 114, 5 ff, 827 u. a.
1S ) Außer den vorgenannten z. b. die betrachtungen über seine armut
J84, 27 ff, 487, 5 ff., ferner 201,5.

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