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währen so den eindruck höchster lebhaftigkeit 1 ). Dieselbe Wirkung
erzielt der häufige Übergang aus der indirekten rede in die direkte, 2 )
den die höfischen dichter im allgemeinen meiden 8 ). Längere
reden giedert der dichter durch eine nochmalige einführung des
redenden, die einen ruhepunkt darstellt, oder durch eine ein
geschobene handlung, die das gleichförmige gefüge der rede
durchbricht. Wie in andern epischen dichtungen aller Zeiten und
Völker 4 ) sind auch im Parz. die einführenden Wendungen zum
größten teil formelhaft, sie werden behandelt »als ein nachdrucks
loses glied, dem kein gefühlswert zukommt«. 5 ) Di§/ individua-
lisierende kunst Wolframs .kommt zur geltung in den Worten der
rede, beschränkt sich aber auch auf diese, die einleitenden
Wendungen erscheinen in typischer gestalt. Wolfr. liebt
es, die eingänge der reden etwas breiter auszugestalten, indem
er entweder die form der rede, die beweggriinde der redenden
personen beleuchtet oder die personen selbst nach ihrem startde,
ihrer herkunft, ihrer äußeren erscheinung zeichnet. Diese be-
■) Belege: 9, 17; 11, 23; 39, 30; 40, 15; 46, 1; 47, 9; 47, 23; 49,
20; 49, 25 ; 49, 27, 50, I u. s. w., sehr häufig; auch in der älteren dichtung
nicht selten: Gen. 72, 6; 77, 13; 80, 32; 80, 43; Ex. 747; 1633; J. Jud.
153,22; Kehr. 1177; 2663; 2863; 3165 u. ö.; Rol. 2169; 2811; 3627
u. ö.; Roth. 2353; 2861; 3332; 4306; Rud. 13,6; 15,8; Eilh. VII, 11;
12; 16 u. s. w. Lanz. 321; 322; 323 und fort, 950; 962 u. ö., En. 609,
610; 611, 612 u. ff., 1464, 1465, 1466 u. ff. Er. 589, 956; u. ö. Ich
gebe hier wie im folgenden, wo es sich um eine ganz gewöhnliche erscheinung
handelt, und die beispiele sehr zahlreich sind, immer nur einige aus dem
anfang des betr. Werkes.
*) Belege: 24, 16; 30, 2; 30,15; 117.24; 153,28; 175,10; 209,
20; 230, 27; u. s. w., häufig; vgl aus der älteren dichtung Gen. 65, 17; 65,
22; 69, 37 u. ö.. Ex. 373, 775; 1059 u. ö., Ä. Jud. 5, 3; J. Jud. 138, 22;
147,24. 149, I u. ö., Kehr. 770; 8212 u. ö., Alex. 3137; 6196; Roth. 963;
2190; 3189; 3706; Rud. 17,7; Eilh. VI, 13; Lanz 1268, 4356 u. ö. ; En.
2912; 12868 (vgl. Bethmann s.T25f. Behaghel s. CXXVI, Schütze s. 2of.)
s ) Martin zu Parz. 30, 2, doch vgl. die stelleh aus Lanz und En.
4 ) Es braucht einerseits nur an Homer, andererseits an die altgermanische
poesie erinnert zu werden, deren fortneln Meyer (Die altgermanische poesie
nach ihren formelhaften elementen) gesammelt hat.
°) Heusler (für die allitterationspoesie) Zsfda. 46, 256.

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