Full text: Formelhafte Ausdrücke in Wolframs Parzival

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I* 
. 
zielende beobachtungen zum reimgebrauch Hartmanns und Wolframs 
im Schlußabschnitt dieser arbeit zurück. 
Manchen hinweis auf formein gibt endlich Martin in 
seinem kommentar. 
»Die großartige entwicklung, welche unsere literatur am 
ende des i2.jhds. zur blute führt, beruht im wesentlichen darauf, 
daß sich die dichtung in dieser zeit aus dem traditionellen, formel 
haften, typischen heraus zum individuellen durchzuringen sucht«. 1 ) 
Dieser fortschritt beschränkt sich aber auf epischem gebiete auf 
das höfische epos, das in bunter fülle neue realistische tendenzen 
zur geltung bringt, während das volksepos im wesentlichen 
die althergebrachten erzählungsformen weiter pflegt und im 
traditionellen, typischen Stil verharrt, als dessen hauptcharakteristicum 
die epische formel anzusehen ist. (vgl. Panzer, Volksep. s. 13). 
Auch die höfischen autoren sind nicht alle konsequente Ver 
treter eines neuen stils; eine gewisse ausnahmestellung nimmt 
neben V eldeke, bei dem sich die erscheinungen der Übergangs 
periode geltend machen, Wolfram ein, der auch sonst in seinem 
. * hohen gedankenfluge oft wenig genug mit den oberflächlicheren 
übrigen höfischen epikern übereinstimmt. Wir wissen, daß 
Wolfram Heinrich von Veldeke als seinen meister verehrte (WiHeh. 
76, 24. 25 u. ö.); da nimmt es nicht wunder, daß er wie dieser 
zur volkstümlich-archaischen färbung des stils neigt und so, nach 
Panzers feinsinniger bemerkung, 2 ) geographisch wie künstlerisch 
die mitte zwischen volksepos und höfischem epos hält. Seinen 
Stoff schöpft Wolfr. aus den verschiedensten quellen ; 3 ) bei aller 
Vorliebe für die französische erzählung ist ihm die heimische 
dichtung nicht fremd, wie ein citat aus dem Nib. 4 ) beweist. 
') Panzer, Zsfdph. 33, 127 ; derselbe gedanke auch in seinem Volksep. 
(an verschiedenen stellen) und in dem aufsalz: Dichtung und bildende kunst 
des dt. mittelallers in ihren Wechselbeziehungen. (Neue Jahrbücher für das 
klass. altertum . . . 1904, 135 ff., besonders s. 155 und 156. 
2 ) Volksep. anmerli. 12 s. 34. 
s ) vgl. Martin XLVI ff. 
4 ) Parz. 420, 26 ff, vgl. besonders: .... den küenen Nibelungen, die 
s ich unbetiuungen Hz hu oben Parz. 421,7—9 mit: die snellen Burgonden 
sich uz huoben Nib 1462, 1.
	        

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