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Bei der parallelerzählung wird dasselbe ereignis zweimal
an verschiedenen stellen des gedichts erzählt, etwa zuerst als
geschehnis, sodann als botenbericht darüber, oder erst als befehl (
dann als ausfiihrung des befehls, wie Parz. 626, 14 fr. zu Parz.
644, 12 ff.; oder Parz. 65 1, 24 ff. zu Parz. 652, 18 f.; vgl. Wiegand
s. 77 ff.; W. Vogt s. 59. Die wortwiederholung wie die parallel
erzählung fallen außerhalb des rahmens dieser arbeit.
Im Zusammenhang ist über die formelhaften ausdrücke bei
Wolfram noch nicht gehandelt worden; doch findet sich in ver
schiedenen abhandlungen einzelnes hierhergehörige angemerkt. Zuerst
hat J a e n i c k e epische formein, wie bürge unde laut, licht gestellte,
rötez golt, bei Wolfram aufgezeigt und zugleich darauf hingewiesen,
daß unser dichter sich im gebrauch derselben von den übrigen
höfischen dichtem abhebt und mehr zum volksepos hinneigt. Er
hat auch schon hervorgehoben, daß die einzelnen werke Wolframs,
ja auch die bücher des Parz. sich im gebrauch der formein nicht
gleich verhalten, daß sich vielmehr —- wie bei den »unhöfischen«
Wörtern — eine allmähliche abnahme bemerkbar macht, Wolfram
sich also mehr den übrigen höfischen autoren nähert.
Weitere formein sind gesammelt worden von Kinzel und
Förster, auf die Zusammenstellungen von Förster konnte im
folgenden an einigen stellen verwiesen werden. Ergänzung und
Vertiefung der vorgenannten arbeiten bot Boetticher in dem
aufsatz »Über die eigentümlichkeiten der spräche Wolframs« Germ.
21, 257 ff. Von neuen gesichtspunkten ging Hoff mann aus.
Er sieht mit recht in dem bedürfnis nach bequemen reimen einen
grund zur Verwendung von formein. Nun stehen aber die formel
haften ausdrücke nicht nur im reim; sie sind vielmehr ein so
festes besitztum der spräche Wolframs, daß wir sie vielfach an
treffen, ohne daß der reim Veranlassung dazu gab. Hoffmanns
sonst sehr dankenswerte Sammlungen von formein leiden unter
seinem grundprincip, seine belege sind vielfach zu ergänzen, seine
angaben über das Vorkommen einer formel oft unrichtig. —
Eine reihe von traditionellen reimformein in Wolframs
werken behandelt mit rücksicht auf die entstehungsgeschichte des
Parz. (»arbeitspausen«) Panzer Zsfdph. 33, 123 ff. Ich komme
auf seine bemerkungen ebenso wie auf Zwierzinas dahin-

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