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In seinen beobachtungen zum reimgebrauche Hartmanns
und Wolframs hat Zwierzina — im anschluß an die arbeiten von
Jaenicki und Boetticher, vor allem aber gestützt auf eigene um
fassende Sammlungen — gezeigt, daß in der Wolframschen diktion
eine allmähliche fortbildung platz greift, indem der dichter im
Willeh. und schon in den späteren büchern des Parz. mit gewohn-
heiten bricht, die dem verfeinerten geschmack nicht zusagten.
Zwierzina wies auch nach, daß dieser fortschritt wiederholt sprung
haft ist, daß Wolfr. in einzelnen büchern »riickfälle« in die
Oa-
scheinbar schon aufgebene manier zeigt. Solche »riickfälle«
finden sich im VII., namentlich aber im IX. und XV. buch.
Zwierzina schloß aus diesen rückfällen auf eine vorangegangene
»arbeitspause « Er nahm arbeitspausen nach dem VI., VIII.
und XIV. buche an. Die ergebnisse Zwierzinas bestätigte Panzer 1 )
an der band weiterer Sammlungen von »unhöfischen« Wörtern
und reimformein; doch verlegte er den schärfsten einschnitt an
eine stelle, wo ihn Zwierzina nicht beobachtet hatte, zwischen
das XIII. und XIV. buch.
Es ist klar, daß der formelgebrauch Wolframs für dieses
problem von Wichtigkeit ist. Stellen doch die epischen formein
in der höfischen poesie ein ähnliches Stilelement dar wie die
unhöfischen Wörter. Hat Wolfr in anwendung der formein eine
analoge entwicklung durchgemacht, wie sie für andere bestandteile
seiner technik von Zwierzina-Panzer dargelegt worden ist? Meine
Sammlungen sind für die beantwortung der frage von verschiedenem
werte. Die scenen der ersten 3 abschnitte (empfang, abschied,
festmahlzeiten) sind ungleichmäßig auf die einzelnen bitcher ver
teilt. 2 ) Dadurch ist unverhältnismäßig viel bzw. wenig gelegenheit
zur anwendung einer bezüglichen formel gegeben; es mußte daher
dieser fehlerquelle wegen auf eine Verrechnung der formein der
') Zsfüph. 33, 123 ff.
2 ) Die meisten biicher enthalten eine etnpfangsscene (abgesehen von
den kurzen botenempfangen), das IV. u. XVI. buch dagegen je 3 solcher
scenen. Das X. buch hat keinen, das XIII. und XIV. buch nur je einen
kurzen botenabschied. Am III. buch werden 3, im V. und XV. je 2, im II.
und VII. buch dagegen keine mahlzeiten geschildert.

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