Full text: Formelhafte Ausdrücke in Wolframs Parzival

99 
7* 
morgens lieht erschein 816, 9 ; um. im der lichte tac erschein 129, 15 (als im 
erschein der ander tac Er. 1400; dö der tac vol erschein Er. 624). 
dennoch was ez harte fruo 555, 17 ; 801,29 (jedoch was et dannoch 
froe En. 7376). 
Von selbstgeprägten ausdrücken Wolframs, die die grenze des formel 
haften überschreiten, mögen hier angeführt werden : 
unz an die naht 82, 7 ; 581, 19. 
uns er erkös den grthuen tac 36, 4 ; dö Parziväl den tac erkös 282, 4. 
der tac ouch durch diu venster schein 245, 20. 
Schluß. 
Wolframs Parz. enthält nach den vorstehenden Sammlungen 
eine reiche fülle von formein, rund 3000’), also etwa ’/» der 
gesamten verse sind von formelhaften elementen (zahlen, orts-, 
Zeitangaben u. s. w.) durchsetzt. 
Es ist dabei jedoch zu berücksichtigen, daß diese formein 
in buntester mannigfaltigkeit an uns vorüberziehen. 
Während in der älteren dichtung, so namentlich in der Kehr., 
aber selbst noch im Nib., der formelschatz nicht allzu groß ist 2 ), 
dafür aber die einzelnen formein sehr häufig wiederzukehren 
pflegen, bietet der Parz. die umgekehrte erscheinung. Zwar fehlt 
es auch im Parz. nicht an Wendungen, die sich in zahlreichen 
belegen durch das ganze werk ziehen; 11 ) der hohe Prozentsatz an 
formein wird aber nur erreicht durch den reichtum an verschiedenen 
ausdrücken. Wolfram läßt es sich zur sprachlichen Wiedergabe 
eines motivs nicht an einer wendung genug sein, 2, 3, 4 und 
mehr typische ausdrücke neben- und nacheinander sind oft erst 
*) Die von Förster, Kinzel, Hoffmann, l’anzer (Zsfdph. 33) gesammelten 
stellen sind eingerechnet. 
*) vgl. für das Nib. die Sammlungen Radkes und die bemerkung 
Wiegands, s. 56. 
s ) z. b. dö sprach . . . (oben s. 48 f.) u. s. w., ferner die bequem einzuschie 
benden Versicherungen deiswör (s. 62), ich wiene (s. 63) u. a., Ortsan 
gaben mit laut (s. 91 f.), Zeitbestimmungen mit stunde (s. 96 f.) und sil; dazu 
einige reimformein wie gienc: enpfiene (s. 17 f.), kamen : vernomen (s. 26), bei deren 
beurteilung man auch den großen umfang des Werkes nicht außer acht lassen 
darf.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.