Full text: Deutsche Vagantenlieder in den Carmina Burana

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mortis seminaria, et mundi luminaria luminant obscure pauci 
vivuni secure. 
Ich denke, aus der tatsaclie, dass selbst diejenigen lieder, die 
sonst in zeilen und Strophen, in reim und silbenzahl durchaus kunstlos 
sind, wie nr. 22 s. 24, 17 s. 14, 193 s. 251, 26 s. 29, 197 s. 46, 55 s. 147 u. a., 
die allitteration oft in starkem masse zeigen, geht zur evidenz hervor, 
dass diese technik auch in Deutschland in der zweiten periode der 
mittellateinischen dichtung allgemeines stilmittel gewesen ist. Es ist des 
halb ein starkes auftreten von allitteration an sich noch kein anzeichen 
ausserdeutscher entstehung, und erst wenn andere indicien hinzutreten, 
kann auf die formgewandte alliterationskunst etwa eines Walther von 
Chatillon hingewiesen werden; vor allem dann, wenn diese allitteration 
zugleich mit dem Wortspiel auftritt: doch werden wir auch diese technik 
in deutschen gedichten finden. 
II. Wortspiel. 
Die ‘figura etymologica’ ist ebenso alt wie die allitteration und 
wurde wie diese schon von den Griechen und Römern als stilmittel 
allgemein verwendet. Wir finden sie ebenso in den Cambridger 
liedern: z. b. nr. VII 1 sponso sponsa carissimo . . VI 13 per in- 
finita saeculorum saecula; 1 o rex regum, qui solus in aevum 
regnas in coelis, .. XV 70 . . factor facta continens; XVI 5 .. om 
ni a continenti noncontento; 22 factor sed sitae condolcns facturae 
XVIII haec est clara dies, clararum clara dierum; liaec est sancta 
dies, sanctarum sancta dierum .... salve festa dies, salve resur- 
reetio sancta, salve semper, ave, lux hodierna vale! 
Diese technik bildete sich nun mit dem allgemeinen aufschwung 
der dichtung im 12. jahrhundert besonders in Frankreich aus: die in 
St. Omer, bei Dreves, Du Möril überlieferten französischen producte 
zeigen eine stark entwickelte fertigkeit, mit Worten zu spielen und ety 
mologische figuren zu bilden: so CB nr. 67 s. 37, 71 s. 41, 18 s. 16, 
19 s. 19, 23 s. 25, 73 s. 43, 93 s. 51 I. III. 94 II, 170 s. 65, 56 s. 148: 
z. b. 67 s. 37 I ... fit iam parca largitas, parätas largitur. verum 
dicit falsitas, veritas mentitur u. ä. Doch finden wir in unserer Samm 
lung auch viele deutsche lieder, die dieses stilmittel verwenden, wenn 
auch nicht so intensiv wie die ebenerwähnten: z. b. 181 s. 242 I urbs 
salve regia, Trevir, urbs urbium .... florescis patria flore soda- 
lium; II.. quae Bacchum recolis, Baccho gratissima; IV 5 ... rosa 
rosario; V 3. rosa rosarios decorat hodie unde vox laetius sonat 
Jaetitiae; 50 s. 141 VI vidi florem floridum, vidi florum florem,
	        

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