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Diese art des strophenbaus, die Zeilenmischung, ist verhältnis
mässig kunstlos und roh, sie erscheint darum nicht oft, in 23 selbstän
digen gedichten, 7 ernsten und 16 heiteren, sowie 2 dramenstiicken.
II. Zeilenverbindung.
Das herrschende princip des strophenbaus war eine composition
auf grund einer oder mehrerer der sehr zahlreichen zeilen-
verbindungen.
1. Die nächstliegende form war die widerholung einer Verbindung
zweier verschiedener zeilen.
Da die vagantenzeile eine der beliebtesten Verbindungen war,
so sind die vagantenstrophen die häufigsten erscheinungen dieser
art des strophenbaus. Die form 2mal (7XXx + 6XXa), also xaxa er
scheint nr. 91 s.50, 178 s. 238, 202 s. 80, 56; die form xaxaxa nr. 61
s. 152 IX —XVI, 78 s. 165; xaxaxbxb nr. 20 s. 21 1V = VIII (mit
schwankender cäsur!), 25 s.27 I. II. X. XII, 203 s. 95, 1 (erste Strophe)
mundi delectatio; ebenso mihi confer venditor, ecce merces optimae;
ferner -3 heu vita praeterita, kinc ornatns saeculi, ibo nunc ad medi-
cum; endlich -5 debitores habuit 1—8. Die Strophe xaxaxbxbxcxc
erscheint nr. 20 s. 21 I = V (ohne feste cäsur!). xaxaxaxa ist die
gebräuchlichste Strophe dieser Verbindung: sie erscheint nr. 19 s. 19,
25 s. 27 (ausser I. II. X. XII), 26 s. 29, 172 s. 67, 194 s. 74, 197 s. 76
I. IV, 198 s. 76 IV, 199 s. 77, 49 s. 138, 50 s. 141, 65 s. 155, 193 s. 251,
202 s. 80 -7, -8, -20, -24, -25, -52, -54, 203 s. 95 -1 (zweite Strophe),
-5, 8—16, Fragm. Bur. tf. 1I/III. Eine höhere entwicklungsstufe bezeich
nen die vagantenstrophen mit gekreuztem reim: abab erscheint Fragm.
Bur. tf. V1II/XI -52, 63 s. 155, 48 s. 137 refrain; vielleicht sind aus
nr. 44 s. 134 I 4 solcher Strophen lierzustellen; die form ababab be
gegnet 67 s. 37, 61 s. 151 I—VIII; die form ababcdcd in 77 s.47,
34 s. 118, 90 s. 173, Fragm. Bur. tf. VI 6 (hier liegt aber wol die form
ababcbcb zu gründe); endlich die form abababab bietet nr. 54 s. 147.
Übergangsstufen von der langzeilenform zur Strophe mit kreuz-
reim finden sich zahlreich in 25 s.27 und vielen liedern von 202 s.80.
Die nächstbeliebte Zeilenverbindung war der trochäische fünf-
zehnsilbler: wir finden in derselben art fünfzehnsilblerstrophen
gebaut wie vagantenstrophen. Die älteste strophenform bietet Fragm.
Bur. tf VIII/XI 118 — 126: dort erscheint 121—123 die Strophe 8XXx
+ 7xXx, 8XXa + 7xXa, 8XXx + 7xXx, von 124—126 die Strophe
8XXa+7xXa, 8XXx + 7XXx, 8Xxx + 7xXx; und 118/119 erscheint
die form xaxa. Die Strophe xaxaxa begegnet in dem noch älteren (?)

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