Einleitung.
L
Von der Benedictbeurer handschrift erhielt die Wissenschaft zuerst
künde durch die mitteilung des freiherrn von Aretin 1 im jahre 1803.
In den folgenden jahren hat dann Bernhard J. Docen 1 2 auszugsweise
die in der handschrift enthaltenen lieder veröffentlicht. Lachmann 3
führte in seiner Vorrede zu Walther von der Vogelweide die handschrift
auf wegen der drei lieder Walthers, die sich in ihr befinden. Genauere
angaben über das äussere der handschrift sowie über alter und ent-
stehung machte dann J. Grimm 4 , der besonders die auch in anderen
Sammlungen gefundenen gedichte des Archipoeta hervorhob und die
ansicht vertrat, die schönsten und ältesten gedichte gehörten diesem
dichter. Eine gesamtedition der handschrift unternahm als erster und
bisher einziger J. A. Schmeller im jahre 1847 unter dem titel:
Carmina Burana (CB). 5
Seit ihrer Veröffentlichung haben die lateinischen und deutschen
lieder dieser handschrift grosses interesse in der Wissenschaft erregt,
insbesondere darum, w r eil sich unter den zahlreichen liebes- und früh-
lingsliedern ca. 50 gedichte in lateinischer spräche fanden, denen regel
mässig eine deutsche Strophe derselben metrischen form und vielfach
auch desselben inhalts folgt.
1) Beiträge zur geschickte und literatur hrsg. von Aretin, jahrg. 1803, V. stück
s. 75 und 78.
2) In der genannten zeitschr. jahrg. 1806 s. 297 fg., 301 fg-, 497 fg., jahrg. 1807
s. 1311 f.; ferner Miscellaneen zur geschichte der deutschen literatur bd. II s. 189 fg.
und Neuer litterarischer anzeiger 1807 s. 247 fg.
3) Walther von der Vogelweide 5 ed. Lachmann s. IXfg.
4) Gedichte des mittelalters auf könig Friedrich I. den Staufer aus seiner wie
der nächstfolgenden-zeit. Academie d. wiss. 1843; jetzt Kl. Schriften bd. III s. lfg.
5) Lateinische und deutsche lieder und gedichte oiner handschrift des XIII. Jahr
hunderts aus Benedictbeuern. 4. aufl. Breslau 1904.

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