Full text: Deutsche Vagantenlieder in den Carmina Burana

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Nr. 88 s. 171 I refl. bessert Wustmann nach der handschrift 
amoris gandia in sunt amoris gaudia; doch will er mit unrecht 
eya qualia als entsprechende zeile auffassen, es ist ein trochäischer 
fünfsilbler; II 4 ist wol mit Peiper res mea in rca zu ändern; III 9 
ist mit Wustmann der handschrift gemäss fecerim für fuerim ein 
zusetzen; in str. IV streiche ich weder mit Peiper 10. 11. 12 noch 
mit Patzig 12. 13. 14, sondern 13. 14. 15; denn die zeile in doloris 
cumulum ist eine nachahmung der formel von 7 hoc dolorem cu- 
mulat und gibt auch keinen rechten sinn. Ferner fehlt in 13 eine 
silbe. Der ganze gedanke von 13. 14. 15 ist eine triviale wider- 
bolung der schon ausgesprochenen empfindungen und darum als spä 
terer zusatz anzusehen. Bezüglich der übrigen zeilen möchte ich 
folgende Ordnung vorschlagen: ob I 1 refl. ursprüngl. dazu gehörte, kann 
zweifelhaft sein; str. II. III. IV sind je in 2 Strophen zu teilen; in IV 
ordne ich so: str. V quid percurram singula? ego sum in fabula, et 
in ore omnium. hoc dolorem cumulat, quod amicus exulat propter 
illud vitium. (hs. paultdum); VI ob patris saevitiam recessit in 
Franciam a finibus ultirnis. ex eo virn patior, iam dolore morior, 
semper sum in lacrimis. 
Nr. 89 s. 172 ist von Peiper s. 175 erheblich gebessert worden: 
zunächst hat er die Strophen richtig angeordnet (zu je 4 zeilen); ferner 
hat er das von Schmeller überall fälschlich gegen frater vertauschte 
pater widereingesetzt (I 1. 7, III 1, XIII 5); VI 2 ist wol mit Patzig 
non est tibi cognila zu lesen; doch scheint mir IX 3 Peipers lesart 
ubi ex his dapibus besser als Patzigs ubi et de dapibus zu sein; X 3 
ist plangit wie plangunt möglich, 4 ist mit Patzig ut für velut zu 
lesen; XI 4 ist iudex zu lesen; XII 5fg. teilt Patzig mit recht dem 
sohne, XIII lfg. dem vater zu; in XII 3/4 ist Peipers conjectur ein 
zusetzen: quem tu tanium diligis, illum parvum clericum N. pul- 
cherrimum; ebenso ist XIII 2 mit Peiper iam zu streichen; in XIII 5 
scheint Peipers fletibus weit besser als Schmellers floribus. 
Nr. 95 s. 174 III 3 schlägt Patzig hebens für hsl. habens vor; doch 
scheint mir demgegenüber abest ebenso gut: es könnte aber vielleicht 
hebet heissen. Der Schluss (V 3fg.) ist aus der Sterzinger handscrift 1 
zu ergänzen, danach lautet str. V: pro dulcis (hs. lucis) aurae transitu 
et tempestatis impeiu tribulato spiritu in gravi sumus habilu. ver 
nunc tuo redditu refove quos in gemitu reliquisti iam diu. 
1) Siehe Sitzungsber. der kaiserl. academie der wissensch. (phil. - hist, classe), 
Wien 1867, bd. 54, jahrg. 1866, heft I—III s. 319fg.
	        

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