17
2
unterscheidet; ich glaube in 1—2 braucht die Überlieferung nicht ge
ändert werden; die cäsur, um deren willen die Verbesserungen vor
genommen sind, ist gerade in diesem lied verschiedentlich nicht correct
gelegt oder nicht vorhanden: vgl. I 9/10 pietas nec audit supernae
civitatis, IV 5/6 princeps tenebrarum se sentit gloriari, V 7/8 machina
corrodit praesentinm malorum, VIII 5/6 ordo prindpatus mentis
discrepata (hier fehlt offenbar eine silbe); alle diese erscheinungen sind
nicht auf fehler der Überlieferung zurückzuführen; vielmehr müssen wir
constatieren, dass in nr. 20 cäsurlose langzeilen von 13 silben unter
regelrechten Vagantenzeilen stehen; und somit ist es müssig, zeile 1 zu
ändern; doch kann 3/4 aus grammatischen gründen nicht so bleiben;
hier scheint Patzigs änderung acceptabel: ich lese folglich II — 4 Roma
tuae mentis oblita sanitate desipis, cum recipi reris tarditate;
VIII 9—12 sind wol abzutrennen, so dass str. VIII und IV sich ent
sprechen; die änderung Patzigs in V 7/8 fällt aus den erwähnten gesichts-
punkten heraus weg; ob 9 si oder mit der hs. sed zu lesen ist, wage
ich nicht zu entscheiden; VIII 9 wird veritatis in veritas zu ändern
sein, und 11 altus mit Patzig in ullus, so dass diezeilen lauten: falso
quoque veritas convincitur augurio, nec ullus est in Isrähel fidem
dans centurio.
No. 23 s. 25 ist bei Dreves s. 161 überliefert; danach bestätigt sich
die richtigkeit von Wustmanns änderung in 117: zwar liest Dreves 17/19
ab injustis abdicatur, per quem iuste iudicatur mundus, ich halte
aber ab inmundis abdicatur für besser; ob 18 iste oder iuste zu lesen
ist, kann zweifelhaft sein; in 1115 fehlt bei Schmeller eine silbe: es ist
mit Dreves zu lesen in incerto certum quaere; in 18 fehlen 2 silben:
Dreves liest et lucrare lucem verae lucis; demgegenüber scheint mir
besser zu sein et lucrare lucrum verae lucis; in V 15 hat schon
Wustmann die Schmellersche lesart berichtigt und tibi vor die zeile
ubi virtus est delictum gesetzt.
Nr. 24 s. 27 ist im refrain anders abzuteilen: exsurgat deus, et
dissipet hostes, quos habuit, postquam praebuit Saracenis locum
quo iacuit. Schon Wallensköld 1 hat bemerkt, dass die zweite Strophe
richtiger mit Sunamitis clamat pro filio zu beginnen sei; auch hier
ist natürlich qui occubuit als selbständige zeile abzusetzen; II 10 liest
W. Helisaeus nisi nunc venerit, was wol richtig ist, da bei Schmeller
eine silbe fehlt; III4 will W. veniae nach tempus einsetzen: ich halte
für richtiger, zu lesen iam veniae tempus advenerit, quo potuerit;
1) Memoires de la soeiete neophilol. ä Helsingfors I s. 96.

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.