des brasilianischen Berylls.
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Erster Haupttypus.
I. Acht Kristalle, von entweder dick- oder langprismatischem
Habitus, zeigen die einfache Kombination der Basis OP mit
dem Prisma ooP. Ihre Länge schwankt zwischen 1,5 und 7,9 cm,
ihre Dicke zwischen 1,5 und 3,9 cm. Ihre Farbe ist teils
hellwasserblau bis hellbläulichgrün, teils meergrün. Es kommen
übrigens noch ganz erheblich größere Kristalle aus Brasilien,
solche konnten aber wegen des hohen Preises nicht zur Unter
suchung herangezogen werden. Während alle andern Kristalle
klar sind, fällt einer durch wolkige Trübung auf, die ungefähr
das mittlere Drittel des Kristalls einnimmt. Die Trübung
setzt nach dem einen Ende hin scharf ab, während sie nach
dem andern sich allmählich verliert. An beiden Seiten von
dieser Trübung ist der Beryll klar, doch verschieden stark
gefärbt. An zwei Stellen, einer großen am oberen und einer
kleinen am unteren Ende ist das Prisma scheinbar beschädigt;
es sind aber keine frischen Bruchflächen, sondern, wie es
scheint, im Gebirge entstandene Verletzungen, die später wieder
teilweise ausgeheilt sind. Ätzerscheinungen dürften kaum vor
liegen, da die Prismenflächen sonst frei davon sind.
II. Zu diesen beiden Flächen OP und ooP tritt in der
folgenden Kombination, der 7 Kristalle angehören, das Prisma
der zweiten Stellung ooP2. Alle diese Kristalle weisen in
der Zone OP : ooP2 starke Ätzung auf, so daß hier gerundete
Prärosionsflächen entstehen, die entweder die Lage von Pyra
miden zweiter Stellung oder von dihexagonalen Pyramiden
haben. Letztere zeigen sich dadurch an, daß von einer be
stimmten Stelle aus, welche meistens die Lage von 2P2 hat,
das Punktsignal beim Messen der Zone 2P2 : ooP2 schwalben
schwanzförmig auseinanderlief. Sichere Reflexe waren meistens
nicht zu erhalten. Die sieben hierhergehörigen Beryllkristalle
zeigen säuligen Habitus. Auffallend ist der Unterschied in
der Flächenbeschaffenheit von ooP und ooP2. Während letz
teres stets glänzend ist, ist ooP schon bei schwacher Ätzung
matt. Dies hat seinen Grund in der Verschiedenheit der
Ätzfiguren auf beiden Prismen, auf die bereits R. Brauns (1. c.)
hingewiesen hat. Hierauf werde ich im zweiten Hauptteil
näher eingehen.

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