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die Ovidae solche der tieferen Schichten, ja auch des Flach
landes sind.
Als grundlegender Unterschied im Bau des Lacrymale, das für
mich im wesentlichen in Betracht kam, stellte sich das Vorhanden
sein bew. Fehlen von Tränengruben und Ethmoidallücken heraus.
Während diese den Ovidae fehlen, besitzen letztere allein Tränen
gruben.
Infolge dieser Eigentümlichkeiten sah ich mich veranlaßt, zwei
Gattungen, die man trotz fehlender Tränengruben bisher zu den
Schafen stellte, von diesen abzutrennen und als eigene Unterfamilie
Pseudoinae (Trugschafe) mit den Caprinae in die Familie der Capridae
zu vereinigen. Es sind die Gattungen Ammotragus Blyth 1840 und
Pseudois Hodgs. 1846.
Erstere Gattung bezw. ihre einzige recente Art, A. tragelaphus
Desm. zeigt auch im Aeusseren große Aehnlichkeit mit den Ziegen.
Abgesehen vom Gehörn, das, dem einer asiatischen Wildziege
(Capra cylindricornis Blyth) in Farbe und Form sehr gleicht, ist
das gradlinige Profil, das Vorhandensein der Ethmoidalspalte
zwischen Lacrymale und Nasale, ebenso wie der unterseits nackte,
glatte, oben büschelig behaarte Schwanz ganz ziegenähnlich. Auch
wird er wie von den Ziegen, oft gerade nach hinten weggestreckt,
nicht nach Art der Schafe hängend getragen.
Ebenso erinnert A. tragelaphus Desm. durch sein lebhaftes
Wesen, seine Neugier und Zutraulichkeit weit mehr an die Ziegen
als an die Schafe. Mit ersteren teilt das Mähnenschaf auch seine
große Kletterlust. Besonders auffallend ist die äussere Aehnlichkeit
mit den Ziegen bei den weiblichen Tieren und den Lämmern.
Ihre leichte Verbastardierung mit dem im Aeusseren wie im
Wesen den Ziegen näher stehenden Heideschnucken, wie sie u. a.
im Düsseldorfer Zoologischen Garten wiederholt mit Erfolg vorge
nommen worden ist, spricht nicht gegen die Zugehörigkeit der
Gattung Ammotragus Blyth zu den Capridae, da Schaf und Ziege
sich kreuzen lassen.
Nimmt nun die Gattung Ammotragus Blyth unter den Ziegen
infolge ihrer absonderlichen Halsmähne und ihrer langen Behaarung
der Vorderläufe eine Sonderstellung ein, so kommt sie ebenso wie
Pseudois Hodgs. in mancher Beziehung der Gattung Ibex Frisch
am nächsten. Auch die Gattung Pseudois Hodgs. besteht nur aus
einer recenten Art. Ps. nahura Hodgs. mit der einzigen Unterart
Ps. n. burrliel, Og. Sie ist schon vor einigen Jahren von Matschie
gelegentlich eines Vortrages in der Gesellschaft naturforschender
Freunde zu Berlin aus Gründen der Tierverbreitung zu den Stein
böcken (Ibex Frisch) gestellt worden.
Da in seiner Heimat, in Tibet und im Kwenlun-Gebirge, noch
eine echte Wildschafart (0. Hodgsoni Blyth) vorkommt, so würden,
wenn Ps. nahura Hodgs. tatsächlich ein Schaf wäre, zwei nahe
verwandte Arten in demselben Gebiete leben, während sonst im
ganzen Hochasien nur je eine Art der Capridae und der Ovidae

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