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Ordo IV. Artiodactyla.
Subordo I. Non Ruminantia.
Fam. I. Tayassidae.
Zu den Artiodactyla übergehend wende ich mich zunächst der
Unterordnung der Nichtwiederkäuer (Non Ruminantia) zu, denen
als die zweite Unterordnung die der Wiederkäuer (Ruminantia)
gegenüberzustellen ist.
Die bisherige Einteilung der ersten Unterordnung in die drei
Familien der Tayassidae, Hippotamidae und Suidae konnte bei
behalten werden.
Wie die Abtrennung der Tayassidae von den echten Schweinen,
den Suidae, schon durch den wiederkäuer-ähnlichen Bau ihres
Magens, ihren ebenso beschaffenen Fußbau, ihre abweichend von
den Suidae geringe Vermehrung (1—2 Junge) und das ebenfalls
abweichend von dem aller Suidae einfarbige Frischlingskleid, wie
das Fehlen des Schwanzes durchaus begründet ist, so zeigt auch
der Schädel in der Stellung der Zähne und besonders im Baue des
Tränenbeines sehr eigenartige Verhältnisse, wie sie in letzterer
Beziehung annähernd nur bei den Procaviidae sich finden. Doch
stehen die Tayassidae morphologisch und durch den schon erwähnten
abweichenden Bau ihres Magens den Tragulidae unter den Wieder
käuern am nächsten, die ebenfalls zum Unterschied von der großen
Mehrzahl der Wiederkäuer einen dreiteiligen Magen besitzen.
Das Lacrymale der Tayassidae ist außerordentlich klein und
wird im facialen Teile nur vom Frontale und Jugale eingeschlossen.
Letzteres ist sehr stark entwickelt und umschließt den ganzen
vorderen und unteren Rand des Lacrymale. Dieses wird also so
wohl vom Nasale wie vom Maxillare getrennt. Das ist nur bei
den Tayassidae der Fall und in keiner anderen Familie der Ungulata
anzutreffen. Tränenlöcher fehlen. Die beiden zu den Tayassidae
zählenden Gattungen Tayassus Fischer 1814 und Olidosus Merriam
1901 unterscheiden sich im Tränenbein nicht. Dumenil 1 ) bezeich
net das Lacrymale der Tayassidae als „sehr lang, einen weiten
Raum zwischen der Orbita und der Spitze der Nasaldia einnehmend“.
Diese Angabe ist nicht zutreffend.
Den Tayassidae wurde der erste Platz eingeräumt, da sie im
Baue des Tränenbeines noch gewisse Beziehungen zu den Procavii
dae zeigen, während sie sonst, wie schon gesagt, zu den Tragulidae,
somit zu den Wiederkäuern, überleiten.
Wesentlich abweichend sind dagegen die Suidae und die
Hippopotamidae. Doch fehlen auch diesen beiden wie allen Nicht
wiederkäuern noch die bei den Ruminantia zu höchster Entwicklung
gelangten Tränengruben und Ethmoidallücken.
') in Cuvier: „Legons d’anatoniie comparee“ (2. Ausg. Bd. V).

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